Frauen- und Waisenhaus Kabul

Durch die Kriege in Afghanistan leben besonders Frauen in extremer Armut und sind sich nach jahrelanger Unterdrückung ihrer Rechte und Möglichkeiten auf ein selbstbestimmtes Leben kaum bewusst. Aufgrund dieser Tatsache und dem Mangel an Ressourcen ist es ihnen nicht möglich, ohne äußere Hilfe Entwicklungschancen wahrzunehmen. Mit der Renovierung des Gebäudes wird ihnen eine eigene Einkommensmöglichkeit und Lebensraum gegeben. Dies stärkt die Rolle der Frauen durch ökonomische Unabhängigkeit, ermöglicht ihnen eine gleichzeitige Ausbildung im allgemeinen und in der Textilbranche im speziellen, bietet ihnen eine aktive Teilnahme an Sozialreformen und am Wiederaufbau ihres Landes, und sichert ihnen, ihren Kindern und den aufgenommenen Waisen damit die Grundlage ihres Lebens.
Die Frauen organisieren Alltag und Arbeit als Gemeinschaft, in der alle anfallenden Aufgaben nach einem Rotationsverfahren erledigt werden. So bekommt jede Frau die Möglichkeit, in unterschiedlichen Bereichen Erfahrungen zu sammeln und sich ihrer Fähigkeiten bewusst zu werden. Die Organisationsstruktur setzt sich zusammen aus einer Direktorin und einer Assistentin, die beide festangestellte Fachkräfte sind und Fremdsprachenkenntnisse besitzen, und fünf Unterabteilungen. Die Unterabteilungen bestehen aus: Bildung, Nähen, Ernährung, Hygiene und Einkauf. Alle Unterabteilungen sollen von jeweils drei Frauen besetzt werden. Im Rotationsverfahren ist jede Frau für einen bestimmten Zeitraum für eine Abteilung verantwortlich.
Neben den oben genannten Aufgabenbereichen arbeiten die Frauen 6 Stunden täglich in ihrer Nähkooperative. Die Frau, welche die Funktion der Direktorin übernimmt, hat die Aufgabe, die Nähprodukte auf dem lokalen Markt in Kabul zu verkaufen. Als Abnehmer kommen zudem örtliche Regierungseinrichtungen oder private Auftraggeber in Frage. Wenn möglich soll sich der Verkauf nicht nur auf den lokalen Markt beschränken. Die Assistentin kümmert sich um den Produktionsablauf.
Zusätzlich sollen für die Frauen regelmäßige Schulungen stattfinden, die ihnen zu Eigenständigkeit und Selbstverwaltung verhelfen. Sie sollen sich ihrer Rechte bewusst werden und somit ihr Leben selbstbewusst und selbstbestimmt innerhalb ihrer Gemeinschaft gestalten und nach außen tragen können.
Die im Frauen- und Waisenhaus lebenden Kinder und Jugendlichen erhalten in einem zweistöckigen Neubau Ausbildung in Englisch und Computerkenntnissen.
Förderung durch BMZ und NUE
Das Frauen- und Waisenhaus in Kabul wird vom BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) finanziell gefördert. Einem entsprechenden Antrag wurde stattgegeben. Ebenfalls hat die NUE (Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung) die Versorgung für die Frauen und Kinder für die erste Zeit finanziell sichergestellt.
Wie Siarahman ein neues Zuhause fand
Ein kurzer Bericht in Bildern über den Einzug des kleinen Siarahman in das Frauen- und Waisenhaus. weiter lesen...
Nina Hagen übernimmt Schirmherrschaft
Die Schirmherrschaft für das "Frauen- und Waisenhaus in Kabul" hat die Künstlerin Nina Hagen übernommen. KUFA e.V. und alle Frauen und Kinder bedanken sich ganz herzlich bei Nina Hagen für ihr großes Herz!
Eine kleine Message von Nina Hagen:
Religion ist zu lieben und zu helfen
Wie eine gute Mutter!
Ob du nun ein Moslem bist oder ein Jude
Ein Christ, ein Buddhist........ Oder ein Hindu.......
Ein Jogi, eine Blume, oder ein Gu - Ru! Du!!
Liebe ist Gott und Gott ist Liebe
Und er liebt
Dich............... !!!!
Bitte unterstützen Sie uns, damit wir vielen weiteren notleidenden Kindern und Frauen in diesem fernen Land helfen können!
Eure Nina Hagen, Berlin
Mädchenschule Deh Kepak

KUFA e.V. bedankt sich sehr herzlich bei der Waldorfschule für ihre liebevolle Unterstützung! Die vielfältigen Aktionen und das Engagement der Schüler und Schülerinnen zeigen, wie sich Solidarität mit der afghanischen Bevölkerung mit ganz direkten Aktionen praktisch umsetzen lässt.
Bilder von der Mädchenschule Deh Kepak
Dankschreiben an alle hilfsbereiten Waldorfschulen
Liebe Schülerinnen, liebe Schüler,
als Ihr von dem schweren Schicksal der afghanischen Kinder hörtet, habt Ihr Euch sofort entschlossen zu helfen. Es ist großartig, und es hat einiges gebracht. Wir danken Euch von ganzem Herzen und überbringen Euch hiermit den Dank der von Euch unterstützten Schülerinnen und Schüler der Dehkepak-Schule.
Hundert Schülerinnen müssen nun nicht mehr auf dem Boden sitzen. Denn dank Eurer Hilfe konnten 50 Doppeltische mit Bänken angeschafft werden. Weiterhin wurden 30 Wandtafeln, 2000 Stifte, 2000 Hefte, Teppichboden für einige Klassenräume, die noch keine Möbel haben, fünf Ventilatoren sowie 10 Stühle und 5 Tische für die Lehrer angeschafft (siehe Video und Foto).
Hierfür habt Ihr Euch, liebe Schülerinnen und Schüler der verschiedenen Klassen der Freien Waldorfschulen, viel Mühe gegeben und euch fabelhafte Ideen einfallen lassen:
- Die 8. Klasse der Freien Waldorfschule Kaltenkirchen teilte sich in drei Gruppen auf und sammelte Spenden in verschiedenen Stadtteilen ihrer Stadt. Bei einer Monatsfeier ihrer Schule boten sie ein vielfältiges Büffet zugunsten der Dehkepak-Schule an. Dazu kam noch die Spende einer ihrer Lehrer, der das Honorar seines Vortrags seinen Schülern für den guten Zweck spendete.
- Die 8. Klasse der Freien Waldorfschule Schwerin hat auf dem Adventbasar einen Bücherflohmarkt organisiert und den gesamten Erlös der Dekepak-Schule gespendet. Dazu schrieben sie noch gemeinsam der 8. Klasse der Dehkepak-Schule einen Brief und schickten ihr ein paar Fotos von ihrem Flohmarkt. Beides ist sowohl auf unserer Internetseite als auch in dem mitgeschickten Videofilm zu sehen.
- Eine originelle Idee hatte auch die Gruppe des freien Religionsunterrichts der 8. Klasse der Rudolf Steiner-Schule Siegen: Sie verkauften einmal wöchentlich selbstgebackenen Kuchen bei der Lehrerkonferenz. Außerdem erarbeitete sie noch einen Text über Afghanistan, den sie sich abschnittsweise gegenseitig referierten. Sie haben durch ihre Aktionen eine gute Summe von Euros gesammelt und der 8. Klasse der Dehkepak-Schule zu Verfügung gestellt.
- Einen sehr persönlichen Beitrag leistet zur Zeit die 10. Klasse der Freien Waldorfschule Wangen. Sie übernahm für ein Jahr eine Patenschaft für eine Klasse der Dekepak-Schule. Jeder Schüler hat sich verpflichtet, 1 Euro monatlich von seinem Taschengeld dafür zu zahlen. Dies legte die Klasse vertraglich mit KUFA e.V. fest.
- Die 9. Klasse der Freien Waldorfschule Vaihingen möchte die Patenschaft für ein afghanisches Kind übernehmen. Mit einem Betrag von 30 Euro kann man einer Familie ermöglichen, das Patenkind zur Schule zu schicken. Mit solchen Projekten ermöglichen wir den armen Familien, mindestens eines von ihren Kindern zur Schule zu schicken.
- Die Schüler der Freien Waldorfschule Flensburg haben durch verschiedene Jobs, die sie durchgeführt haben, unserem Komitee einen beträchtlichen Betrag zu Unterstützung der Dekepak-Schule überwiesen.
Die Gesamtsumme, die uns die oben genannten Waldorfschulen überwiesen haben , beträgt 2.647,49 Euro. Von diesem Geld wurden im Juni 2003 die oben erwähnten Materialen besorgt und in demselben Monat von unserem Mitglied und Projektleiterin, Frau Hassib, in einer feierlichen Stunde in Gegenwart der Schülerinnen der 8. Klasse und der 10. Klasse der Leiterin der Schule übergeben. (Siehe unsere Internetseite, Video und Foto)
Liebe Schülerinnen, liebe Schüler,
Eure Aktionen sind so vielfältig und großartig, danke!!!!
An dieser Stelle möchten wir besonders unserem Mitglied, Herrn Wolfgang Weirauch, Waldorflehrer, Autor und Herausgeber der Flensburger Hefte, herzlich danken. Er hat in seinen zahlreichen Vorträgen über Afghanistan seine Zuhörer auf die Projekte von KUFA e.V. aufmerksam gemacht und die Waldorfschüler und Schulleitungen zu einer Schulpatenschaft in Afghanistan aufgerufen. Weiterhin hat er in seinen Flensburger Heften Nr. 76 und Nr. 77 über die Zerstörung und das unvorstellbare Elend in Afghanistan berichtet. Auch dort hat er die Leser zum Spenden für Kufa-Projekte aufgerufen, wodurch wir einige neue Spender bekommen haben. Danke, Wolfgang!!!
Eure Hilfe ist angekommen bzw. kommt immer noch an. Auch in Zukunft werdet Ihr von den Schülern direkt aus Kabul Antwort bekommen.
Briefkontakte sind nach wie vor sehr wünschenswert, aber wie die meisten von Euch wissen, zur Zeit noch etwas umständlich, da es noch keinen normalen Postverkehr mit Afghanistan gibt. Die Briefe müssen von unseren Mitarbeitern persönlich überbracht werden, was natürlich einige Zeit braucht. Den ersten Antwortbrief schicken wir Euch allen, denn die Freude und der Dank für die Hilfe gilt jedem von Euch. Der Brief ist gemeinsam von der Schulleiterin und vier Schülerinnen als Vertretung für die gesamte Schule verfaßt worden. Sicher wird es bald auch möglich sein, Briefwechsel mit einzelnen Schülern zu führen.
Ein Vertreter von KUFA e.V. wird voraussichtlich im Oktober nach Kabul reisen, um dort ein weiteres Projekt, das Frauen- und Waisenhaus, offiziell zu eröffnen. Darüber könnt Ihr Euch auch über unsere Homapege informieren. Selbstverständlich wird unser Mitarbeiter alle bis zu seiner Abreise hier eingetroffenen Briefe und Fotos von Euch mitnehmen und sie dort den Schülern persönlich übergeben. Er wird dort die Schüler der Dehkepak-Schule noch einmal ermutigen, Euch persönlich zu schreiben, auch in Dari oder Paschto (Dari und Paschto sind zwei offizielle Sprachen des Landes). Die Briefe können wir Euch dann übersetzen.
Wenn wir aus Kabul zurückkommen, werden wir Euch bestimmt neue Fotos und Filmmaterial mitbringen. Wenn Ihr wollt, werden wir Euch dann auch in Eurer Schule besuchen und über die aktuelle Lage informieren.
Wir wünschen Euch viel Liebe und viel Kraft, damit Ihr weiter den Menschen in Not helfen könnt.
Mit herzlichen Grüßen
Euer Rahman Nadjafi
Antwortbrief von Schülerinnen der Mädchenschule Deh Kepak
Die Schulleitung und die Vertreterinnen der 8.Klasse der Mädchenschule Dekepak möchte sich hiermit im Namen der Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler unserer Schule für die großartige Unterstützung durch die Schüler der "FREIEN WALDERFSCLLER" und für ihre Geldsammlung, womit für uns ein kleiner Teil des wichtigsten fehlenden Schulmaterials angeschafft wurde, herzlich bedanken.
Die Unterstützung der Schülerinnen der 8. Klasse von der "FREIEN WALDERFSCLLER", die sich für uns mit großem Arbeitsaufwand und starkem Gefühl und viel Liebe als Mitmenschen angagiert haben, bedeutet in einer solchen schweren Lage nach 23 Jahren Krieg, durch den wir alles verloren haben, ein kleines Tröpfchen Wasser, welchen man in den durstigen Mund tropft.
Bitte nehmen Sie noch einmal unseren tiefsten Dank entgegen. Wir möchten erwähnen, dass unsere Heimat wieder blühen wird. Diejenigen, die in dieser schweren Lage an uns denken, werden wir nie vergessen und es wird das Andenken an ihre gefühlvolle Unterstützung von Generation zu Generation weiter gegeben werden.
Wir wünschen Euch allen gute Gesundheit, viel Erfolg in der Schule und ein glückliches langes Leben.
Unterschrift der Schulleitung der Mädchenschule Dekepak
Unterschrift der Vertreterinnen der 8. Klasse der Mädchenschule Dekepak Marjam, Chatera, Farida, Narges, Giti
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