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Zusammentreffen der Kinder und deren Familien: Übergabe des Geldes für den Monat Mai 2014

Wegen des Ramadan (Fastenzeit) wurden die Kinder mit ihren Begleitern ausnahmsweise am frühen Morgen eingeladen. Bei diesem Treffen wurde noch einmal das Thema Einheit und Gleichwertigkeit der Menschen erarbeitet.

Herr Samandar legt großen Wert darauf, dass die Kinder verinnerlichen, dass die jeweilige Stammes- und Geschlechtszugehörigkeit eines Menschen nichts über dessen Wert und Fähigkeiten aussagt, dass alle Kinder Brüder und Schwestern füreinander sind (sein sollten), ob sie nun Tadschiken, Usbeken, Paschtunen, Hazara, Sikhs, Hindus, Schiiten, Sunniten, Mädchen oder Jungen sind. Mit Freude und Begeisterung waren die Kinder dabei.

Ein weiters Thema dieses Treffens war die schwierige Situation Afghanistans nach den Präsidentschaftswahlen. Die Kinder und ihre Familie waren wegen der schlechten Lage und der Unruhe nach der Wahl besorgt und ängstlich. Sie hatten gehofft, dass sich nach der Wahl ihre Situation verbessern wird, erlebten aber leider das Gegenteil. Sie konnten nicht verstehen, wer wen betrogen hat, und was Wahlbetrug überhaupt bedeutet.

Es wurden zu dem Thema, welches sowohl für die Kinder als auch für ihre Begleiter nicht einfach zu verstehen war, viele Fragen gestellt. Herr Samandar versuchte zunächst, die Anwesenden in seiner liebevollen, väterlichen Art zu beruhigen und mit einfachen Sätzen zu erklären, warum es nach der Wahl zu einer solchen Situation gekommen ist und wer Schuld daran hat. Er versuchte mit den Kinder gemeinsam die Schuldigen ausfindig zu machen, wobei Macht- und Geldgier, Korruption sowie Stammesquerelen "entdeckt" wurden und zwar bei allen Beteiligten. Herr Samandar machte deutlich, dass man sich von diesen entmutigenden Zuständen eben nicht entmutigen lassen, sondern an der Entwicklung zum Besseren aktiv und mit langem Atem arbeiten sollte. "Eine neue Generation, zu der auch Ihr gehört, hat die Chance, Zustände zu verändern."

In diesem Zusammenhang sprach Herr Baqi Samandar mit den Kindern ausführlich über die Bedeutung und die Wichtigkeit von Wissen. Er legte ihnen ans Herz, ihre Unterrichtsstunden sehr ernst zu nehmen, und dass sie, wenn sie studiert haben, selbst höchste Ämter einnehmen, sogar Präsident von Afghanistan werden können. Ein bedeutender Schritt sei die Teilnahme nach Vollendung ihres achtzehnten Lebensjahres an Wahlen, bei der sie vorurteilsfrei, nur das Wohl des Landes im Auge, einem Kandidaten ihre Stimme geben dürfen.

Nach dem Essen und der anschließenden Geldübergabe war das Treffen für unsere 49 Straßenkinder und deren Begleiter beendet. Alle freuen sich auf das Wiedersehen im nächsten Monat.