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Zusammenkunft der Kinder und Familien im Februar 2015

Vorstellung und Lesung der Zeitschrift "Dibur", Sprachrohr der Straßenkinder, und Geldauszahlung für Februar 2015.

Anfang Februar 2015 trafen die Kinder und deren Familien mit ihrem seelischen Vater Herrn Samandar und unserem Projektleiter Herrn Zia zusammen. Auch zu diesem Treffen waren einige Dozenten und Lehrerinnen eingeladen, welche unseren Kindern während der Schulferien ehrenamtlich Nachhilfeunterricht erteilten.

 

Schwerpunkt bei dieser Zusammenkunft war die Vorstellung und Lesung der ersten Ausgabe der monatlichen Straßenkinder-Zeitschrift „Dibur“. Dibur ist die erste Zeitschrift von Straßenkindern, welche Herr Samandar mit den Kinder zusammen ins Leben gerufen hat. Die Autoren sind die Straßenkinder selbst. Sie schreiben über ihr Leben und ihre Erlebnisse auf der Straße, sowie über politische, soziale und rechtliche Fragen. All dies sind Themen, für welche die Kinder im Laufe der Jahre von unseren Mitarbeitern sensibilisiert wurden. Manche schreiben auch kurze Gedichte oder kleine Anekdoten. Die erste Ausgabe umfasst 1000 Exemplare und besteht aus 20 Seiten.

 

 

Herr Samandar verteilte die Zeitschrift an die Kinder und fing mit ihnen an zu lesen und erklärte, warum so ein Sprachrohr für sie wichtig ist. Die Zeitung hilft den Lesern, einen Einblick in das schwierige Leben der Straßenkinder zu bekommen und von diesen direkt informiert zu werden. Gleichzeitig können die Kinder, anstatt auf der Straße zu betteln, über den Verkauf ihres eigenen Sprachrohrs ein paar Afghani verdienen. Zudem lernen sie, wie man eine Zeitung macht. Vielleicht werden einige von ihnen später gute Journalisten.

 

 

 

Nach dem ersten Durchblättern wuchs das Interesse der Kinder an der schön illustrierten Zeitung. Man begann, sich gegenseitig Artikel, Witze, kleine Geschichten, Gedichte und Erlebnisberichte vorzulesen.

 

Nach dem Vorlesen bildeten sich kleine Gruppen, um sich über einzelne Artikel auseinander zu setzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Gruppe beschäftigte sich mit den Anekdoten von Mullah Nasruddin, und ein Mädchen trägt nun einen Witz aus dem Heft vor. Mullah Nasruddin ist ein Weiser, der sich auf humorvolle Art mit einigen Widersprüchen der Gesellschaft und menschlichen Schwächen auseinandersetzt. Er ist in Afghanistan, Iran, Tadschikistan, Turkmenistan, Indien und Pakistan bekannt. Seine Erzählungen sind sogar in einige westliche Sprachen übersetzt.

 

 

Der vorgetragene Witz erzählt die Geschichte von Mullah Nasruddin, in der er eines Tages in normaler Alltagskleidung zu einer hochherrschaftlichen Gesellschaft erschien. Der Gastgeber trat auf ihn zu und sprach unwirsch: "Was willst du hier?" und warf ihn hinaus.
Mullah N. ging traurig nach Hause zu seiner Frau. Diese fragte ihn: "Warum bist du so traurig? Was ist passiert?" Er erzählte sein Erlebnis und sagte: "Weil ich keine feinen Kleider habe, hat der Gastgeber mich vor allen anderen Anwesenden blamiert und herausgeworfen."
Seine Frau antwortete: "Sei nicht traurig, mein Mullah, sieh mal, ich habe dir neulich einen wunderschönen Seidenumhang gekauft und auch einen schönen Anzug dazu genäht. Zieh dich um und geh wieder dort hin."
Mullah freute sich, zog sich um und ging zurück zu der Gesellschaft. Der Gastgeber schaute ihn an, begrüßte ihn sehr höflich und bot ihm den besten Platz an. Er bewirtete ihn mit köstlichen Speisen. Mullah bedankte sich und zog seinen Ärmel ganz über seine Hand und begann damit zu essen.
Der Gastgeber schaute ihn erstaunt an und fragte: "Warum essen Sie mit dem Ärmel über der Hand??" Mullah antwortete: "Weil Sie doch meinen Mantel eingeladen haben und nicht mich! Ich bin der Selbe, den Sie vorhin so unwürdig herausgeworfen haben, da ich nicht so fein angezogen war. Das heißt also, dass Sie Kleider einladen und nicht Menschen."

 

Alle lachten und man beschloss, die Geschichte als Theater vorzuführen.

 

 

Nach dem Rollenspiel wurde wie immer in einer fröhlichen, familiären Runde gegessen.

 

 

 

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