KUFA e.V.
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Zusammenarbeit mit SOS–Kinderdörfer-Weltweit und dem Verein "Gutes Tun"

Im März 2015 beschlossen wir mit dem Verein Gutes Tun, ein „Memorandum of Understanding“ zu erstellen. So wurde ein Assessment mit der Analyse des bestehenden KUFA – Projekts Straßenkinder durchgeführt und ein Bericht darüber verfasst.

Im April 2015 beauftragte der Verein Gutes Tun und die Organisation SOS-Kinderdörfer-Weltweit  Herrn Mohammad Resaie, mehrere Tage im Projekt "mitzuleben" und  den Auftraggebern alle Fragen über:

 

  • Lage, Sicherheit, Ausstattung und Nachbarschaft des Hauses
  • Programm des Projektes
  • Mitarbeiter und Struktur

in einem ausführlichen Bericht mitzuteilen.

Im gleichen Monat besuchte Herr Rasaie mehrere Male das Haus und sprach sowohl mit einzelnen Kindern, als auch in der Gruppe.  Auch war er bei dem monatlichen Zusammentreffen mit den Kindern und ihren Begleitern dabei. Bei diesem Treffen blieb er mehrere Stunden und nutzte die Gelegenheit dafür, mit den Müttern oder anderen Begleitern der Kinder zu sprechen. Zum Schluss konnte er die Übergabe der monatlichen Unterstützungsgelder  an die Kinder beobachten.

Hier sieht man Herrn Resai mit Herrn Samandar und unseren Hindu (Sikh) Kindern:

 

 

 

Anfang Juni sendete Herr Resaie das Ergebnis seiner Analyse an seine Auftraggeber.

Im gleichen Monat schrieb uns Herr Dr. Vyslozil, Mitglied des Vorstandes der Organisation SOS-KINDERDÖRFER-WELTWEIT wie folgt:

Lieber Herr Nadjafi, liebes KUFA Team,
wir freuen uns zusammen mit Ihnen über das Ergebnis des Assessments - es ergibt sich ein positives Bild Ihrer Arbeit in Kabul, viel Bestärkung im Erreichten und auch manches an Anregung, wie der Weg weitergehen könnte. An dieser Stelle gratulieren wir herzlich zum Ergebnis und bedanken uns für das Vertrauen und für die Offenheit, sich auf ein solches externes Assessment einzulassen. Die Mühe hat sich hundertprozentig gelohnt!

Um das Erreichte zu bestärken und zur weiteren Arbeit in Zukunft schlug er neun Punkte als Anregungen vor.

Wir haben diese neun Anregungspunkte von Herrn Dr. Vyslozil mit unseren Mitarbeitern in Kabul ausführlich besprochen, die Ergebnisse in Form eines Arbeitspapiers zusammengefasst und bei unserem nächsten Treffen mit Frau Hömann und Herrn Dr. Vyslozil in Hamburg, wie folgt, vorgelegt:

DAS HAUS

Um die Anregungen umsetzen zu können brauchen wir an erster Stelle das Haus, welches wir bis jetzt dank der Großzügigkeit des Vermieters einmal im Monat für unsere Treffen und die Werkräume sogar täglich umsonst zur Verfügung gestellt bekommen haben. Es sollte jetzt durch einen langfristigen Mietvertrag gesichert werden.

Normalerweise würde ein solches Haus in Kabul ca. 1000,- USD monatlich an Miete kosten.
Durch die gute Beziehung von Herrn Samandar zu dem Hauseigentümer, der unsere Arbeit schätzt und unterstützen möchte, können wir jedoch das Haus für monatlich 500,- USD langfristig mieten, die Nebenkosten liegen monatlich bei 150,- USD. So hätten wir für 7800,- USD jährlich ein geeignetes und bewährtes Haus für unsere Arbeit zur Verfügung, welches sogar aufgestockt werden dürfte. Näheres dazu unter Punkt 4.

Zu Punkt 1: ANZAHL DER KINDER

Nach Ihrer Anregung bei unserem Treffen im letzten Jahr, die Anzahl der Kinder zu erhöhen, standen kurz danach bereits 45 neue Kinder auf der Warteliste. Sie werden bereits auf die Aufnahme in das Projekt pädagogisch vorbereitet. Das bedeutet, dass wir schon jetzt 115 Kinder betreuen.

Die 70 “offiziellen“ Kinder bringen außerdem ohne die Zustimmung unserer Mitarbeiter meist noch ca. 25 weitere Straßenkinder- und Jugendliche zu den Treffen mit, so dass ca. 140 Straßenkinder schon jetzt unsere Hilfe in Anspruch nehmen.

Wir verstehen Ihren Ansatz, lieber Dr. Vyslozil, lieber wenige (70) Kinder, die dafür aber optimal zu versorgen.

Jedoch können wir nicht mit ruhigem Gewissen, im Bewusstsein darüber, dass sich mehr als 100.000 Straßenkinder allein in Kabul befinden, unseren Fokus nur auf die 70 Kinder legen, die wir bereits unterstützen. Keinem der Kinder, die bereits jetzt zu uns kommen, kann man sagen, dass es ab jetzt wieder allein zurecht kommen muss. Das wäre nicht zu verantworten. Wir müssen also sehen, wie wir das Beste in dieser Lage schaffen können.

Lieber Dr. Vyslozil,  Sie haben anhand des Assessments unsere Arbeit als positiv bezeichnet. Dieses Positive sollte in naher Zukunft möglichst sogar in eine noch höhere Größenordnung gebracht werden, so dass wir zum Ende des Jahres 2017 vielleicht sogar 400 Kindern helfen können. In ferner Zukunft wäre es zudem eine denkbar hilfreiche Option, weitere Standorte außerhalb Kabuls zu errichten, wo Kinder und Jugendliche tatkräftige Unterstützung in Anspruch nehmen können.

Wenn wir es irgendwann bewältigen, von den mehr als 100.000 Kindern, die sich auf den Kabuler Straßen befinden, allein 1000 von der Straße zu holen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich in der Schule aufzuhalten, ohne darüber nachdenken zu müssen, ob ihr Geld für die Beschaffung von Nahrungsmitteln für das Überleben ihrer Familienmitglieder reicht, dann wäre das ein wunderbarer Beitrag, den wir für die Zukunft Afghanistans leisten können.

Zu Punkt 2: DIFFERENZIERTER LEHRPLAN

Dem Aspekt, dass ein differenzierter Lehrplan mit festen Zeiten für die Kinder und Jugendlichen wünschenswert und auch notwendig ist, stimmen wir nicht nur ganz und gar zu, er ist schon seit langem ein Ziel von uns, für dessen Verwirklichung uns bisher aber die Mittel fehlten.

Es ist für uns ein Muss, dass die Kinder und Jugendlichen in kleineren, überschaubaren Gruppen, die von den Lehrkräften gut betreut sind, die Möglichkeit haben, ihren Schulstoff zu wiederholen und bei allen Fragen, die während oder außerhalb des Unterrichts aufkommen und beim Lernen entstehen, aber in der Schule oder von Eltern nicht beantwortet werden können, aufschlussreiche Antworten und Hilfestellung zu erhalten.

Darüber hinaus werden wir studierte Lehrer benötigen, die die Kinder und Jugendlichen über den Schulstoff hinaus unterrichten, weil der Standard der afghanischen Lehrmethodik mitsamt des unterrichteten Stoffs sehr niedrig ist. So ist es nicht ungewöhnlich, dass Jugendliche in der zehnten Klasse weder richtig schreiben noch lesen können. Unserer Meinung nach benötigen wir deshalb studierte Lehrkräfte, die Mathematik, Chemie, Physik, Biologie, Geologie, Geographie, Geschichte, Dari, Englisch, Informatik und Kunst und, worauf wir von Anfang an einen Schwerpunkt gelegt haben, Sozialkunde/Ethik (mitmenschlicher Umgang, Toleranz, Gleichberechtigung usw.) vermitteln können.

Durch den ergänzenden Nachhilfeunterricht werden unsere Kinder in der Schule besser, wodurch ihr Selbstbewusstsein gestärkt wird und sie sich nicht mehr niedriger bzw. minderwertiger Anderen gegenüber fühlen.

Auch der handwerkliche Bereich ist ausbaufähig. Die Ausbildung zum Kunsttischler und zum Schneider ist inzwischen gut etabliert. Ohne Weiteres wäre es darüber hinaus möglich, sofort eine Elektriker- und Klempner - Ausbildung anzubieten. Die entsprechenden Meister stehen zur Verfügung. Was fehlt, sind die finanziellen Mittel.

Zu Punkt 3: STIPENDIEN, NACHHILFE DER EHEMALIGEN

Die Vergabe von Stipendien für den Besuch von weiterführenden Schulen und Universitäten an die sehr guten Schüler zu ermöglichen, ist eine überaus willkommene Idee.

Mittlerweile studieren sieben unserer ehemaligen Straßenkinder, darunter ein Mädchen, Englisch, Pashto, Jura, Journalismus, Veterinärwissenschaften, Architektur und Rechnungs- und Finanzwesen. Zudem macht ein weiterer Jugendlicher derzeit eine Ausbildung zum Elektriker und ein anderer eine Fortbildung für seine Tischlerlehre.

Diese Jugendlichen, die wir nicht mehr innerhalb unseres Projektes unterstützen, erhalten jedoch weiterhin Hilfeleistungen für ihre weitere Bildung und ihren Unterhalt von Herrn Samandar in Form von kleinen Geldbeträgen aus eigenen Mitteln, die jedoch keineswegs unerschöpflich sind.

Zu diesen Jugendlichen pflegen wir nach wie vor regelmäßigen Kontakt. Sie ermöglichen freiwillig in ihrer Freizeit Straßenkindern und Jugendlichen, ihren Horizont über den Schulstoff hinausgehend zu erweitern und etwas neues zu lernen. Ihnen sollte eine reibungslose Beendigung ihres Studiums durch externe Hilfeleistungen ermöglicht werden. Zudem werden einige von ihnen sicher bald unterstützende Lehrkräfte im Rahmen des KUFA Projektes werden.

Es ist erstrebenswert, die besten Schüler qualifiziert zu fördern und so auf die Aufnahmeprüfungen der Universitäten optimal vorzubereiten.

Weiter ausbauen möchten wir die Nachhilfe für die kleineren Kinder durch die Größeren. Dies würde über die reine Vermittlung von Lerninhalten auch dazu führen, dass ein intensiverer Kontakt zwischen den Kindern entsteht und soziale Fähigkeiten erlernt werden.

Des weiteren streben wir an, dass die Kinder, welche nah beieinander wohnen, sich regelmäßig zu Hause zu kleinen Lerngruppen treffen, um gemeinsam Hausaufgaben zu machen und den Schulstoff noch einmal miteinander zu wiederholen.

Der schon jetzt vertraute, familiäre und freundschaftliche Umgang miteinander bei unseren monatlichen Treffen würde dadurch noch einmal intensiviert, der Zusammenhalt der Kinder und Jugendlichen würde über die Altersgrenzen hinaus gestärkt.

Zu Punkt 4: STANDORT, GRUPPENRAUM

Wenn wir das Haus fest und langfristig mieten und so für uns sichern, können wir es aufstocken. Somit wären unsere Platzprobleme gelöst. Wir könnten die Räumlichkeiten nach unseren Bedürfnissen planen und gestalten. Bei Errichtung von zwei Stockwerken könnten wir insgesamt in etwa 200 Kinder gleichzeitig im Haus unterbringen, ohne den Raum des Gartens mit einzuberechnen. Die Kosten würden sich pro Stockwerk auf ca. 25.000,- USD belaufen.

Der Eigentümer ist bereit, den Umbau zu genehmigen, wenn KUFA die Kosten trägt. Hier müssen wir überlegen, wie das finanziert werden kann.

Zu Punkt 5: SHUTTLE

Die Idee, ein Shuttle einzurichten, ist sehr gut, ist aber mit folgenden Problemen verbunden:

1. Es ist nicht unüblich, dass man für einen 20minütigen Fußweg an einigen Tagen bis zu 3 Stunden mit dem Auto braucht. 2. Würde man die Kinder und Familien, die in benachbarten Stadtteilen leben, sich sammeln lassen und dann mit größeren Fahrzeugen abholen, wäre das auffällig, selbst wenn kein Logo von KUFA auf den Fahrzeugen angebracht wäre, und man würde sich zum Ziel terroristischer Angriffe machen, was wir natürlich keinesfalls riskieren dürfen.

Die beste Lösung wäre, den Kindern Fahrgeld auszuhändigen, damit sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln  kommen können.

Wenn wir das Haus fest haben und unsere Lernprogramme durchführen werden, bleibt es nicht bei dem monatlich einmaligen Besuch der Kinder. Womit wir gleich zu Punkt 6 kommen.

Zu Punkt 6: MORGENS SCHULE, WAS DANACH?

Dass die Kinder nach der Schule wieder auf die Straße gehen könnten, ist tatsächlich ein großes Problem, da sie es lange gewohnt waren, ihre Zeit dort zu verbringen und auch Freunde dort haben.
Das Problem ist jedoch lösbar. Es gibt schon einige kleine tägliche Lerngruppen von benachbarten Kindern, die sich praktisch selbst kontrollieren. Ging ein Kind wieder auf die Straße und fehlte also in der Gruppe, berichteten dies die anderen Kinder unseren Mitarbeitern, welche sich dann umgehend mit dem betreffenden Kind in Verbindung setzten und aufbauende, motivierende Gespräche mit ihm führten.

Die beste Lösung für das Problem ist natürlich, wenn wir nach einem Umbau des Hauses den Kindern Raum für Freizeitaktivitäten bei uns bieten können, die attraktiver sind als der Aufenthalt auf der Straße.

Zu Punkt 7: CARPENTRY

Der Meister, der unsere Tischler-Lehrlinge betreut, Herr Navid, ist nicht nur klassischer Tischlermeister, sondern außerdem ein Sachkenner und Spezialist für Kunsttischlerei aus Nuristan. Er arbeitete in verschiedenen Ländern wie z.B. Saudi Arabien und England und hat selbst schon eine entsprechende Marktanalyse durchgeführt, und bringt auch den Jugendlichen bei, wie man so etwas macht. Die Werkstücke nach nuristanischer Tradition sind nicht nur im Ausland sehr gefragt, sondern auch in Afghanistan äußerst beliebt.

Zu Punkt 8: NETZWERK ZU GESCHÄFTSLEUTEN

Ein Netzwerk zu Geschäftsleuten und Arbeitgebern aufzubauen ist wichtig und bereits in Planung.

Zu Punkt 9: EINBEZIEHUNG VON HERRN SAMANDAR

Seit 2008, als wir mit unserem Projekt Straßenkinder begonnen haben, war für das Projekt Herr Samandar, den wir den „großen Baqi“ und den die Kinder „Onkel Baqi“ nennen, eine tragende Säule für unser Projekt. Herr Samandar war 1980 als Gründungsmitglied bei KUFA dabei und ist heute  Ehrenvositzender unseres Vereins.

Seine Anwesenheit gibt uns die Zuversicht, dass wir auf  unser großes, in Anbetracht des Elends aber bescheidenes Ziel hinarbeiten, in Zukunft von den vielen im Elend lebenden Straßenkindern wenigstens 1000 unterstützen zu können.

Seit 14 Jahren lebt Herr Samandar mit Herz und Seele für die Straßenkinder und ist für sie ein seelischer Vater geworden. Alles, was er hat oder an Unterstützung bekommt, gibt er für sie aus.
Die sieben oben genannten Studenten, die unseren Kindern  jetzt Nachhilfeunterricht geben, finanziert er aus eigenen Mitteln.

Die Kinder haben eine innige Beziehung zu Herrn Samandar und rufen ihn  „kaka“ (Onkel) Baqi.
Sein Engagement und seine Begabung, mit diesen Kindern umzugehen, erleichtert die Arbeit von KUFA mit den Straßenkindern sehr.

Herrn Samandars Beziehung zu den Kindern ist so gut, dass er uns immer ehrenamtlich begleiten wird, worüber wir sehr  glücklich und dankbar sind.

Baqi wünscht sich, dass KUFA mit seinen Partnern finanzielle Möglichkeiten findet, unsere Wünsche in den genannten 8 Punkten zu verwirklichen.

Frau Hörmann vom Verein "Gutes Tun" schrieb über das Gespräch und die Ergebnisse wie folgt:

Gesprächsnotiz vom Treffen in Hamburg am 29. Juli 2015

Im Mai 2015 wurde von Mohammad Razaee im Auftrag von dem Verein „Gutes Tun“ und „SOS- Kinderdörfer-Weltweit" ein Rapid Assessment Report über das Straßenkinder Projekt von Kufa e.V. in Kabul durchgeführt. Das überaus positive Resümee veranlasste den Verein Gutes Tun und SOS- Kinderdörfer-Weltweit in einem gemeinsamen 9 Punkte Modell, dem Kufa Verein Vorschläge für einen zukünftigen gemeinsamen Weg zu machen.

Um diese Punkte zu besprechen, trafen sich am Mittwoch, den 29. Juli Dr.Wilfried Vyslozil, Hr. Rahman Nadjafi, Fr. Ulrike Nadjafi, Frau Katja Teske und ich (Gudrun Hörmann) um 14.30 im Büro von SOS-Kinderdörfer-Weltweit in Hamburg, Max-Brauer-Allee 40, Altona. Danke Frau Teske für die nette Bewirtung!

Nach einer sehr herzlichen Begrüßung las Dr.Vyslozil das Arbeitspapier von Kufa e.V. vor, in dem die 9 Punkte von den Kufa Mitarbeitern besprochen wurden. Da Dr.Vyslozil das Arbeitspapier vorher noch nicht gesehen hatte, ich es aber schon kurz durchgearbeitet hatte, erteilte er mir das Wort.

Für uns als Verein „Gutes Tun“ sind die  gemeinsamen Wünsche und Anregungen mit SOS- Kinderdörfer-Weltweit eine Herzenssache. Die Familien und Frauen zu stärken, durch Erwachsenenbildung Menschenrechte, Kinderrechte, eine pädagogische Grundhaltung den Eltern bzw. Müttern zu vermitteln und dort wo Eltern fehlen, für die Kinder Pflegefamilien oder Wohngemeinschaften zu finden, ist für uns die Basis einer langfristigen Hilfe.

Der Leitsatz von Hermann Gmeiner: „Jedem Kind ein liebevolles zu Hause!“ kann in jeder Gesellschaft und mit unterschiedlichsten Familienstrukturen umgesetzt werden und ist die Basis für ein gesundes Leben der Kinder.

Für den Kufa e.V. steht die „Kinder – Nothilfe“ im Mittelpunkt. Es muss ganz furchtbar sein, in einer Stadt zu leben, die vom jahrelangen Krieg zerstört ist und die durch die immer wieder aufflammenden Kämpfe nicht zur Ruhe kommt. Wir können uns das Elend und die Armut  vermutlich in den schlimmsten Träumen  nicht vorstellen. Umso herzlicher  möchten wir Hr.Baqi Samandar und Hr. Nematulla Zia für ihren täglichen Einsatz für die Straßenkinder von Kabul ganz besonders danken. Sie leisten eine Arbeit, die wir so niemals vollbringen könnten! DANKE!!

70 Kinder sind in das offizielle Straßenkinder Programm aufgenommen. Sie erhalten, nachdem sie nachweislich den ganzen Monat die Schule besucht haben, am Ende jeden Monats 40,- ( ab jetzt 50,-) Dollar und ein gemeinsames Essen mit den Familien (meist Mütter und Geschwister). 40 Kinder stehen auf der Warteliste und bekommen neben dem Essen auch kleinere finanzielle Zuwendungen. Es kommen auch Kinder  von der Straße mit , sodass 120 – 140 Kinder mit KUFA e.V. in Kabul vertraut sind.

Diesen Kindern zu sagen: „Nein, ihr bekommt keine Unterstützung mehr!“ würden wir sicher alle nicht über`s Herz bringen. Sinnvoll wäre es aber, die Zahl der Kinder überschaubar und dadurch stabil zu halten. Die pädagogische Arbeit gewinnt durch eine übersichtliche Anzahl der Kinder an Bedeutung und beständige Gruppen sind für Kinder und Pädagogen von großem Vorteil.

Der Verein „Gutes Tun“ würde gern zur Diskussion stellen, ob  beide Ansätze – einmal - „Ressourcenorientierte Familienstärkung“ ( SOS KD international und Gutes Tun ) sowie der Ansatz – „Kindernothilfe“  ( KUFA e.V .) parallel in Kabul umgesetzt werden können.

Danach sprach Herr Nadjafi über das Haus und die Anzahl der Kinder. Das Haus gehört einem Freund von Baqi Samandar, der es zur Zeit einmal im Monat kostenlos für das gemeinsame Essen mit den Kindern  und die Geldübergabe dem KUFA Verein zur Verfügung stellt.

Für 500,- Dollar könnte Kufa  e.V. das Haus mieten. Dazu kämen noch ca. 150,- Dollar Betriebskosten. Durch einen langjährigen Mietvertrag könnte man so einen stabilen Mittelpunkt für die Kinder schaffen.

Da in Kabul mehr als 100.000 Straßenkinder leben, ist es für Hr. Nadjafi ein großes Anliegen, die Zahl der betreuten Kinder zu erhöhen.

Dass der Lehrplan und die Freizeitaktivitäten nur von pädagogisch geschulten Menschen und in einer kindgerechten, achtungsvollen und liebevollen Art vermitteln und begleitet werden, ist für die KUFA MitarbeiterInnen Voraussetzung und selbstverständlich.

Stipendien für sehr gute Schüler und Nachhilfe durch die „Großen“ findet Hr. Nadjafi eine wunderbare Idee.

Es besteht die Möglichkeit, das Haus durch Aufstocken zu erweitern, ohne dabei den Garten als Spielfläche für die Kinder zu verkleinern.

Statt einem Shuttlebus, der durch das Einsammeln von Kindern, selbst wenn kein Logo von KUFA drauf ist, Ziel terroristischer  Anschläge sein könnte, glaubt Hr. Nadjafi, dass das Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel für die Kinder die bessere Lösung wäre.

Durch das Anmieten des Hauses können täglich Programme für die Kinder angeboten werden.
Wir erfuhren von Hr. Nadjafi  von den schönen Kunsttischlerarbeiten aus Nuristan, die Herr Navid interessierten Jugendlichen lehren wird.

Netzwerke zu Geschäftsleuten und potentiellen Arbeitgebern für die Jugendlichen  aufzubauen wird angestrebt.

Dass Herr Baqi Samandar nicht nur das Herz und die Seele des Projekts in Kabul ist, sondern dass alle Entscheidungen mit ihm persönlich besprochen werden, betonte Hr. Nadjafi besonders. Hr. Baqi Samandar wünscht sich natürlich nichts sehnlicher, als so vielen Kindern wie möglich aus ihrer Notsituation zu helfen!!!

Zum Abschluss erzählte ich von den tollen Berichten von Afschin Samandar auf der Kufa-Seite: