KUFA e.V.
Haynstraße 3
20249 Hamburg


Tel./Fax: 040/484461
Email: info@kufaev.de

Veranstaltung im Goßlerhaus zugunsten unseres Strassenkinder-Projekts in Kabul

In dem wunderschönen Schloß Goßlerhaus, dem Sitz des "Hamburger Konservatoriums" in Blankenese, veranstaltete KUFA e.V. am 27.03.2019 einen aghanischen Kulturabend für geladene Gäste.

Das Wort "Konservatorium" entstand im Neapel des 16. Jahrhunderts und bezeichnete ursprünglich Waisenhäuser, in denen Straßenkinder Gesangsunterricht von den besten Komponisten der Stadt erhielten, wodurch sie zu den ersten professionellen Sängern wurden.

 

 

Um 13 Uhr trafen die Vorstandsmitglieder von KUFA e.V. sowie der Vorstandsvorsitzende von SOS-Kinderdörfer-weltweit, Herr Dr. Wilfried Vyslozil, im Goßlerhaus ein und begannen mit den Vorbereitungen für den Abend.

Handwerkliche Erzeugnisse der Kinder und Jugendlichen aus unserem Zentrum in Kabul, welche Frau Afshari vor einigen Tagen aus Kabul mitgebracht hatte, wurden platziert. Dazu gehörten eindrucksvolle Kunstwerke wie geschnitzte Kästchen, Ornamentmalereien und ein beeindruckender Teppich. Der Veranstaltungssaal wurde hergerichtet, Plätze reserviert.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ab 18 Uhr trafen die geladenen Gäste ein, die wir herzlich begrüßten und in den Empfangssaal führten, wo ihnen Crémant, Wasser und Saft gereicht wurde. Leider mußten einige Ehrengäste, wie z.B. der ehemalige Bürgermeister Herr Dr. Klaus von Dohnanyi, unsere Schirmherrin Nina Hagen, der alte Weggefährte Peter Maffay, und das Gründungsmitglied Uwe Maeffert ihre Teilnahme wegen Krankheit bzw. Tournee absagen.

Die KUFA-Mitglieder kamen ins Gespräch mit den interessierten Gästen. Besondere Aufmerksamkeit erregten die wunderschönen Ausstellungsstücke unserer Straßenkinder.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Um 19 Uhr bat KUFA-Vorsitzender Rahman Nadjafi die Gäste, im Veranstaltungssaal Platz zu nehmen, und übergab dem Hausherrn des Konservatoriums, Herrn Markus Menke, das Wort. Dieser wies auf die Parallelen der Ziele von KUFA e.V. und dem "Hamburger Konservatorium" hin. Schließlich forderte er die potenziellen Spender mit klaren Worten auf: "Wir bitten Sie, lassen Sie heute viel da! Sie können heute Abend auch viel mitnehmen!"



Herr Menke gab das Mikrofon an den KUFA-Vorsitzenden Herrn Nadjafi weiter.

Dieser umriss in seiner Rede die Geschichte von KUFA e.V., und drückte insbesondere einigen wichtigen Persönlichkeiten gegenüber seinen Dank aus, die im Laufe des 40jährigen Bestehens von KUFA e.V. entscheidend zum Wachstum des Vereins beigetragen hatten. Dazu gehörten der damalige Bürgermeister Paul Nevermann, der mit einem Gaststipendiat 1963 erst ermöglicht hatte, dass Herr Nadjafi nach Deutschland kam; Herr Dr.Klaus von Dohnanyi, Peter Maffay, unsere Schirmherrin Nina Hagen und viele andere, sowie die liebe Frau Gudrun Hörmann, Vorsitzende der österreichischen Organisation "Gutes tun für Aghanistan" (Herr Nadjafi nannte Sie "Engel"), und der SOS-Kinderdörfer-weltweit Vorstandsvorsitzenden Herrn Dr. Vyslozil.

Anläßlich einer Afghanistanwoche 1982, welche KUFA an verschiedenen Orten in Hamburg veranstaltet hatte, um die Hamburger auf die Lage in Afghanistan aufmerksam zu machen, hat Herr Dr. Klaus von Dohnanyi die Bürger Hamburgs und des Landes schriftlich über die staatliche Pressestelle aufgefordert, die Arbeit von KUFA zu unterstützen. Dadurch konnten viele Menschen aus Wirtschaft und Kultur gewonnen werden.

Die Konzertveranstalter Fritz Rau und Karsten Jahnke z.B. organisierten das erste große Benefizkonzert in der Hamburger Musikhalle, an welchem Eric Burdon, Udo Lindenberg, Peter Maffay, Inga Rumpf u.a. teilnahmen. Mit dem Erlös von 50 000 DM konnte KUFA seine humanitäre Arbeit enorm ausbauen. Peter Maffay widmete KUFA nicht nur eines seiner Konzerte in Bad Segeberg, er begleitete Herrn Nadjafi sogar auf einer Reise zu den Flüchtlingslagern in Pakistan. Überzeugt von der guten Arbeit von KUFA leistete er weiter Unterstützung.

Die großartige Künstlerin Nina Hagen wurde unsere Schirmherrin und unterstützt uns seit Jahren bei allen sich bietenden Gelegenheiten.

Am Ende seiner Rede bat Herr Nadjafi um Unterstützung und zitierte Herrn Menke: "bitte lassen Sie viel hier, und nehmen Sie viel mit!". Er bedankte sich und gab das Mikrofon Herrn Dr. Vyslozil.

 


Nun ergriff Herr Dr. Vyslozil das Wort.

Er berichtete, wie die Zusammenarbeit von SOS-Kinderdörfer-weltweit mit KUFA e.V. zustande kam und über unser Projekt "Straßenkinder und Familien". Er erzählte, dass seine Organisation nicht selbst in Afghanistan tätig sein kann und warum er und SOS-Kinderdörfer auf der Suche nach unterstützungswürdigen Hilfsorganisationen für Afghanistan unter vielen Organisationen gerade KUFA e.V. ausgewählt hatte. Er sagte: "Um ganz sicher zu sein, haben wir zwei Assessments in Kabul durchgeführt. Unser Projektleiter Herr Andreas Papp berichtete, dass das KUFA-Projekt eines der besten sei, das er kennengelernt habe. Und er ist überall in der Welt für SOS-Kinderdörfer-weltweit unterwegs."

Schließlich bat Dr. Vyslozil die Anwesenden um Unterstützung für KUFA e.V.



Danach schilderte Herr Payman Samandar, der stellvertretende Vorsitzende von KUFA e.V. in seiner Rede ausführlich die Arbeit im Projekt und wies darauf hin, dass seine Präsentation nach dem Essen mit einer Filmvorführung ergänzt wird.



Schließlich berichtete Frau Afshari, die gerade von einem Aufenthalt im Straßenkinderprojekt zurückgekehrt war, eindrucksvoll von ihren Erlebnissen im Projekt.



Sie moderierte den weiteren Abend und kündigte zunächst das Kulturprogramm an.

Kulturprogramm:

Das Kulturprogramm begann mit einem etwa 15 minütigen Klavierkonzert von Frau Eda And. Eda And ist eine junge, mehrfach ausgezeichnete Komponistin türkischer Herkunft, deren musikalisches Schaffen hauptsächlich im Bereich Jazz, in der Klassik sowie in der traditionellen Musik ihrer Heimat verwurzelt ist. Alle ihre Kompositionen wurden aufgeführt, z.B. von der NDR-Bigband und dem staatlich türkischen Cukova Sinfonie Orchester. Aktuell arbeitet sie an ihrem Debut-Album.

Ihr Programm an diesem Abend bestand aus eigenen Klavierbearbeitungen von 4 anonymen anatolischen Volksstücken:

  • "Harmandali" (Ägäischer Volkstanz)
  • "Ben Seni Sevdigimi Dünyalara Bildirdim" Übersetzung: Ich habe dem Weltall verkündet, dass ich dich wahnsinnig liebe. (Schwarzes Meer Liebeslied)
  • "Sari Gelin" Übersetzung: Die goldene Braut (Anatolische Elegie)
  • "Yüksek Yüksek Tepelere" Übersetzung: Auf den oberen Bergen (Anatolische Elegie)

Eda And bezauberte das Publikum mit einer virtuosen und innigen Darbietung ihrer Kompositionen.

 

 

 

 

Anschließend trat Herr Ali Etemadi, in Deutschland geborener Sohn des berühmten afghanischen Tabla-Spielers Abdullah Etemadi, mit dem Tabla-Spieler Herrn Mortazar und dem Rubab-Spieler Herrn Saiet auf.

Ali Etemadi schlug sehr früh die musikalische Laufbahn ein und studierte unter anderem am Hamburger Konservatorium. Später begleitete er viele bekannte afghanische und indische Musiker, arrangierte und produzierte Musik für sie. Seine erste eigene Veröffentlichung erschien 2002 - aktuell arbeitet er an seiner dritten CD.

Programm: Rag darbari Klassik, Folklore, Tanzmusik

Mit warmer, klarer Stimme voller Volumen führte Ali Hetemadi, scheinbar ohne jede Anstrengung, das Publikum auf eine kurze meditative Reise mit der darbari Rag, dann zur afghanischen Stimmungsmusik.

 

 

 

Den Abschluß des Kulturprogramms bildete die afghanische Tanzgruppe "Hewand". Die Mädchen der Gruppe konnten leider nicht mit ins Goßlerhaus kommen, da sie für einen wichtigen Sprach-Test am nächsten Morgen lernen mußten. Sie standen vor der Entscheidung, aufzutreten oder zu lernen. Und da der Abend schließlich unter dem Motto "Mit Bildung Zukunftsperspektiven schaffen" stand, entschieden sie sich für das Lernen. Frau Afshari übernahm dezent und charmant ihren Part. Bei den fröhlichen Tänzern war großes Talent zu bewundern.

Programm: Folklore (Hazaragi, Pashtun, Herati, Tadjiki), Qarsack-Atan (Nationaltanz)

 

 

 

Nun bat Dr. Vyslozil den Rubab-Spieler noch einmal auf die Bühne, weil er etwas über die Rubab zu erzählen hatte: Vor längerer Zeit hatte ein Gönner eben dieses spezielle Instrument testamentarisch SOS-Kinderdörfer-weltweit vermacht. Nun kam sie sozusagen wieder, und ihr schöner Klang konnte heute Abend genossen werden. Herr Saied gab noch einige Zugaben.

 

 

Anschließend lud Herr Nadjafi die Anwesenden zum köstlichen afghanischen Buffet, welches vom "Kabul Restaurant" geliefert worden war.

 

 

 

 

 

 

Nach dem Essen begaben sich alle wieder in den Veranstaltungsraum, wo Herr Payman Samandar eine eindrucksvolle Präsentation unseres "Straßenkinder und Familien" Projekts in Film und Bild darlegte. Besonders nahegehend waren dabei die Interviews mit Straßenkindern, die Herr Samandar selbst in Kabul geführt und aufgezeichnet hatte.

Zum Abschluß wurde der Film "Unseen Afghanistan" gezeigt, welcher den Zuschauern die unbändige Schönheit des Landes nahe brachte.