KUFA e.V.
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Dankschreiben an die Schüler

Liebe Frau Esser, lieber Herr Schierhorn, liebe Kinder der Klassen 5Ra und 5Rb, nachdem ich durch eine Mail von Herrn Danzer aus dem Zeitungsbericht erfahren habe, dass Ihr die kleinen Engel wart, die meinen Kindern im Waisenhaus von KUFA in Kabul so viel Freude mit Euren liebevollen Geschenken gemacht haben, möchte ich mich hiermit – auch im Namen unserer Lehrerinnen und vor allem der Kinder – von ganzem Herzen bei Euch bedanken.

Es war für unsere Kinder ein Tag wie Weihnachten bei euch, auf den angehängten Fotos könnt Ihr sehen, wie ihre Augen leuchten als sie die vielen Geschenke von Herrn Danzer überreicht bekommen haben. Ihr müsst wissen, dass solche Tage sehr selten in unserem Heim sind und die Kinder nichts weiter haben als die Spielsachen und die Kleidung, die sie von Euch bekommen haben. Kein Kind besitzt ein Handy, iPod, Fernseher, Radio, Fahrrad – alles Dinge, die für Euch selbstverständlich sind!

Nun müsst Ihr aber nicht annehmen, dass unsere Kinder deshalb unglücklich sind. Wer einen iPod überhaupt nicht kennt, kann ihn auch nicht vermissen. Der Alltag der Kinder – zur Zeit sind es 35 – sieht so aus: nach dem Frühstück um 6.30 Uhr gehen sie in eine benachbarte Schule, nach dem Mittagessen um 13.00 Uhr werden sie noch einmal nachmittags von unseren hauseigenen Lehrerinnen unterrichtet, erst am späten Nachmittag dürfen sie raus zum Spielen.

Der Freitag ist in allen islamischen Ländern der arbeitsfreie Tag, er entspricht also unserem Sonntag.

In die Stadt, also nach Kabul, kommen die Kinder nur, wenn sie zum Arzt müssen. Zweimal im Monat machen sie in einem großen Bus einen Ausflug in die Umgebung, das letzte Mal waren sie am Kargasee und haben dort gebadet, ein himmlisches Vergnügen für alle Kinder!

Große Sorgen mache ich mir um die Zukunft unserer Kinder.

 

Wenn sie etwa 14 oder 15 sind, müssen sie das Heim verlassen, deshalb bemühe ich mich sehr darum, ihnen vorher eine Berufsausbildung zu geben, außerdem sollen sie für den Start ins Berufsleben eine Hilfe erhalten, z.B. für die Jungen einen großen Werkzeugsatz und für die Mädchen, die zu Schneiderinnen ausgebildet worden sind, eine Nähmaschine.

Aber alle Kinder sollen vor allem zwei Dinge lernen, die für sie im weiteren Leben sehr hilfreich sein werden: die englische Sprache und den Umgang mit dem Computer!

Wenn Ihr Fragen an mich oder die Kinder stellen möchtet, dürft Ihr mir gern mailen, ich antworte euch ganz bestimmt. Für heute sage ich euch Tschüss ( ich wohne sonst in Hamburg ) und wünsche euch noch einen schönen Tag.

Herzlich grüßt euch alle

Euer Hannsgeorg Preuß, Leiter des Waisenhauses von KUFA in Kabul

 

Kunduz, den 22.August 2006