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Bildung und Ausbildung für Afghanistan!

Beim Zusammentreffen im Monat September wurde hauptsächlich über die Vorbereitung auf die bevorstehende Jahresprüfung gesprochen. Es wurde den Kindern noch einmal die Wichtigkeit des Schulbesuches sowie von Bildung und Ausbildung für ihre Zukunft verdeutlicht.

Einige der Eltern erzählten aus ihrem traurigen und teilweise bitterem Leben und empfahlen den Kindern, fleißig zu lernen und sich gut für die Jahresprüfung vorzubereiten, damit es ihnen in Zukunft besser geht als ihren Eltern.

 

 

Zunächst ergriff Onkel Besmellah, der durch den Krieg schwer traumatisiert wurde und mit psychischen Problemen zu kämpfen hat, das Wort. Er erzählte den Kindern, dass er wegen des langjährigen Krieges keine Möglichkeit hatte, eine Schule zu besuchen. Ohne Ausbildung habe er keine Chance gehabt, Arbeit zu finden; durch Krieg und Arbeitslosigkeit sei er krank geworden. Er riet den Kindern, ihre Möglichkeiten zu nutzen und fleißig zu lernen, damit es ihnen nicht so ergehe wie ihm.

 

Anschließend meldete sich Onkel Golam Rabani, welcher durch den schrecklichen Krieg ein Bein verloren hatte und erzählte seine traurige Geschichte:

 

 

"Ich bin Opfer der fehlenden Bildung einiger mächtiger und dummer Menschen, die behauptet haben, die Menschen sollten im Namen Gottes Kriege gegen einander führen, um das Land vor Gottlosigkeit zu retten. Dabei haben sie Millionen von Alten und Jungen, von Männern, Frauen und Kindern getötet oder zu Krüppeln gemacht, um zu zeigen, wer die richtigen Muslime sind. Deswegen ist es sehr wichtig, sowohl für euch selbst, als auch für unser Land, dass ihr eine gute Bildung und Ausbildung bekommt. So könnt ihr euch selber aus diesem Elend herausholen, und anstatt selbst einen solchen Irrsinn zu begehen, könnt ihr euch dagegen einsetzen. Menschen im Namen des Islam zu töten ist ein Widerspruch in sich, denn es steht geschrieben, dass man nicht töten soll. Leben und Tod ist Sache Gottes und nicht des Menschen. Wer Anderes behauptet und tut, ist kein Moslem."

 

Um zu sehen, ob die Kinder gut auf die Jahresprüfung vorbereitet sind, sollten sie eine Probeprüfung ablegen. Die entsprechenden Fragen und Aufgaben hierfür wurden nach dem Muster der jeweiligen offiziellen Prüfungsaufgaben von unserem Mitarbeiter, dem Sozialpädagogen und Soziologen Herrn Nemat Sia, vorbereitet.

 

 

 

Im Allgemeinen haben die Kinder die Vorprüfung gut bis sehr gut bestanden. Denjenigen, deren Ergebnis unbefriedigend ausfiel, bot Herr Sia Nachhilfeunterricht an.

 

Anschließend ließ Baqi Samandar die Kinder spielerisch ihr eigenes, früheres Leben auf der Strasse, und das von den unzähligen dort arbeitenden Kindern darstellen. Die Requisiten dafür, Schuhputz-Zeug, Weihrauchgefäße, Wischlappen u.s.w. hatte er besorgt.

 

 

 

 

 

 

Danach wurde ein Dokumentarfilm über das Leben von Straßenkindern von Kabul bis Herat gezeigt.

 

So wurde den Kindern bewusst, was sie hinter sich gelassen haben und in welch privilegierter Situation sie sich nun befinden. Auch wurde klar, dass es millionen von hart arbeitenden Straßenkindern gibt, aber nur wenige Plätze vorhanden sind, die ein Entkommen von der Straße und einen Weg zu Bildung und Schule, und damit in eine bessere Zukunft, ermöglichen. Die Kinder fühlten sich motiviert, fleißig zu lernen und ihre Chance zu nutzen. Auch diejenigen, deren Halbjahresprüfung nicht gut ausgefallen war, versprachen, sich mehr anzustrengen.

 




Anschließend wurde wie immer in familiärer Runde zusammen gegessen. Zum Abschluß erhielten die Kinder ihre monatliche Unterstützung.

 

 

 

 

 

Weitere Fotos von der Übergabe des monatlichen Geldes an die Kinder: