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Besuch beim Musikgymnasium Schloss Belvedere

KUFA e.V. wurde als Empfänger für die Spendeneinnahmen aus den als Benefizveranstaltung durchgeführten Schülerkonzerten des Schuljahres 2017/2018 gewählt. Wir bedanken uns herzlich bei allen Schülerinnen und Schülern!

Im Februar kamen Afschin Payman Samandar, Najia Afshari und Elias Nazarian in die Vollversammlung des Belvederer Musikgymnasiums, um die Tätigkeit von KUFA e.V. vorzustellen.

 

In der März-Ausgabe des Informationsblattes "Belvederer Nachrichten" wurde über den Besuch und allgemein über KUFA e.V. berichtet. Hier ein Ausschnitt aus dem Text:

Vollversammlung zur Vorstellung des KUFA e. V. aus Hamburg

[...] Am 10. Februar kamen Afschin Payman Samandar, Najia Afshari und Elias Nazarian aus Hamburg am Vormittag in die Vollversammlung des Belvederer Musikgymnasiums, um die aktuelle Tätigkeit des KUFA e. V. vorzustellen.

 

Afschin Payman Samandar wurde als Sohn afghanischer Eltern in Hamburg geboren und studiert dort im Bachelorstudiengang Sozialökonomie. Zuvor hatte er in Lübeck bereits drei Semester Psychologie studiert. Infolge der Machtergreifung der Taliban waren seine Eltern 1996 aus Afghanistan geflohen, seine Mutter nach Moskau, sein Vater nach Deutschland.

 

In Hamburg lernten sie einander kennen, heirateten und gründeten eine Familie. Während die Mutter mit den Kindern in Hamburg blieb, ist VaterBaqi Samandar seit Ende 2001, als die Taliban aus der Hauptstadt Kabul abzogen, abwechselnd in Afghanistan und Deutschland.

Heute ist Baqi Samandar Rentner und ehrenamtlich für die Projekte unterwegs. 2017 gründete er in Kabul die „ASCRO – Afghanistan Street Children Relief Organisation“, in der er den Vorsitz hat, als Partnerorganisation des KUFA-Vereins. Die Gründung der Partnerorganisation sei notwendig geworden, um Gelder beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (www.bmz.de) beantragen zu können. Beide Vereine haben eine gemeinsame Kasse und stehen in regelmäßigem Kontakt, um alle Vorhaben zu besprechen und gemeinsame Entscheidungen zu treffen.

Afschin Payman Samandar, der auch die afghanische Mehrheitssprache Dari spricht, war im Jahr 2009 fünf Wochen seiner Sommerferien erstmals in Afghanistan, begleitet von seinem Vater. 2015 verbrachte er in Kabul ein halbjähriges Praktikum, währenddessen er unter anderem Englisch und Deutsch unterrichtete. 2017 war er erneut zehn Tage in Kabul.

Najia Afshari, die nach Belvedere auch ihren Sohn Elias Nazarian mitbrachte, war zusammen mit ihrem Mann nach Machtergreifung der Taliban ebenfalls zunächst nach Moskau geflohen. In Afghanistan hatte sie Jura studiert. Weil dieser Abschluss in Deutschland nicht anerkannt ist, erlernte sie den Beruf der Krankenschwester und arbeitet jetzt als Anästhesieschwester in Hamburg. Najia Afshari, die auch in internationaler Frauenvereinsarbeit aktiv ist, so im 1991 gegründeten Frauenverband Courage e. V., wickelt für KUFA den gesamten afghanischen Schriftverkehr ab. Den KUFA e. V. hatte sie über eine Patenschaft für ein Hindukind kennengelernt. Während Najia ihren Mädchennamen Afshari behielt, trägt Sohn Elias den Vatersnamen Nazarian.

 


Nach Aussage von Afschin Payman Samandar hat Afghanistans Hauptstadt Kabul sechs Millionen Einwohner, 200.000 Kinder würden dort auf der Straße leben. Entweder haben sie keinen Familienanschluss oder müssen täglich sieben bis acht Stunden für die Familie Straßenarbeit verrichten, zum Beispiel Autos putzen. Der Tagesverdienst betrage etwa zwei Dollar.

Text von www.kufaev.de: „Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in der Bereitstellung von Bildungsmöglichkeiten für junge Menschen in Kabul und der finanziellen Unterstützung ihrer Familien. Mit unserem Straßenkinder-Projekt helfen wir mittlerweile über 100 Familien und deren Kindern. [...] In den ersten Jahren unterstützten wir vor allem Flüchtlinge mit Nahrungsmitteln, Medikamenten, warmer Kleidung, Zelten und Decken, medizinischen Einrichtungen und Betten. [...] KUFA e. V. agierte [...] von Pheshawar (Pakistan) aus und hat dort mehrere soziale, schulische und medizinische Projekte umgesetzt bzw. eingerichtet. So wurden z. B. eine Frauenklinik mit Schwerpunkt Gynäkologie und das Projekt ,Mutter und Kind‘ unterstützt. Ebenfalls hat KUFA e. V. mehrere im Krieg verletzte Kinder nach Deutschland geholt und medizinisch versorgen lassen.“

Im aktuellen Kabuler KUFA-Schulprojekt lernen Mädchen und Jungen zusammen. Zusätzlich zum „normalen“ Unterricht belegen die Kinder und Jugendlichen Kurse für Teppichweben und Schnitzen in Kerbtechnik, für nachhaltige Landwirtschaft sowie Elektro- und PC-Kurse. Im „Kinderparlament“ diskutieren sie über aktuelle, auch internationale Themen. Manche ehemaligen Schüler sind heute Lehrer dieser Schule.

Zum Abschluss seines Vortrags, in den er auch kleine Filmdokumente integriert hatte, gab Afschin Payman Samandar Gelegenheit zum Fragenstellen, die von zahlreichen Musikgymnasiasten interessiert genutzt wurde.

Wegen der Entfernung von Hamburg waren die Gäste bereits am Vortag angereist und eine Nacht im Internat untergebracht worden. Nach dem Besuch des Samstagskonzertes, das reichlich 300 Euro Spenden für den KUFA e. V. erbrachte, reisten sie am Nachmittag zurück.