KUFA e.V.
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Bericht von der Jahresversammlung 2018

Die 38. Jahresversammlung von KUFA e.V. fand am 3. November 2018 im Eidelstädter Bürgerhaus in Hamburg statt.

Um 14 Uhr begrüßte der Vorsitzende Rahman Nadjafi die Anwesenden, die unter anderem aus Berlin und München angereist waren.

 

Zur Versammlungsleiterin wurde Frau Najia Afshari gewählt, die dann über den weiteren Verlauf der Versammlung informierte. In erster Linie sollten die Aktivitäten des letzten Jahres besprochen werden. Frau Afshari stellte fest, dass die Versammlung beschlussfähig ist, da über 50% der Mitglieder anwesend waren. Einige Mitglieder konnten leider nicht an der Versammlung teilnehmen, hatten sich aber schriftlich entschuldigt. Die Protokollführung der Sitzung übernahm Afschin Samandar.


Dann stellte unser Kassenwart Herr Schaar den Kassenbericht vor. Alle größeren Ausgaben wurden ausschließlich über die Bank abgewickelt, nur Dinge des täglichen Bedarfs wurden bar bezahlt. Die Einnahmen und Ausgaben des Jahres 2017-2018 illustrierte Herr Schaar an einer Tafel. Anhand der entsprechenden Unterlagen und Kontoauszüge überprüften Herr Ahmadi und Herr Akbar anschließend den Kassenbericht. Der Bericht wird an das Finanzamt übermittelt und im Januar veröffentlicht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Grußadressen


Unsere Partnerorganisationen hatten Grußadressen geschickt, die nun vorgelesen wurden.


Die Grußadresse von Herrn Dr. Vyslozil, dem Vorstandsvorsitzenden von SOS-Kinderdörfer weltweit, wurde von den Anwesenden mit großer Freude und Beifall aufgenommen. Rahman Nadjafi sprach seinen Dank für die finanzielle Unterstützung von SOS-Kinderdörfer weltweit aus, und zitierte Herrn Vyslozil, der "ganz nah an KUFA dranbleiben und die prima Zusammenarbeit fortsetzen" möchte. Es sei für KUFA wichtig, "das Bestehende zu stabilisieren und dann langsam die weiteren Schritte zu machen". Herr Nadjafi freute sich über dieses "weise Motto" und gab seinem Wunsch Ausdruck, auch in Zukunft gemeinsam in Deutschland und Afghanistan zu arbeiten.


Seinen Dank sprach Herr Nadjafi auch an Frau Gudrun Hörmann vom Verein "Gutes tun" aus, die ebenfalls eine Grußadresse gesendet hatte. Der Verein hatte ein Sommerfest zugunsten von KUFA veranstaltet, auf dem Spendengelder gesammelt wurden. Zudem wurde mit Hilfe von "Gutes tun" eine Spenden-Seite zu Gunsten der Straßenkinder und Familien in Kabul auf der Internetseite von SOS-Kinderdörfer eingerichtet.

 

 

 


Es folgte eine halbstündige Pause bei leckerem afghanischen Essen, welches von einem Restaurnt geliefert wurde.


Zusammenarbeit mit unseren Partnern


Anschließend berichtete Herr Nadjafi von einer Aktion des weltweit bekannten Musikgymnasiums Belvedere, durch die ca. 6000 € für unser Straßenkinder-Projekt in Kabul zusammenkamen. Die Schüler hatten im Rahmen ihrer traditionellen Benefizkonzerte die Spenden gesammelt. Frau Afshari und Payman Samandar hatten das Gymnasium im vergangenen Jahr besucht und KUFA e.V. vorgestellt. Hierzu ein ausführlicher Bericht auf unserer Website unter http://www.kufaev.de/index.php/home/news/besuch-beim-musikgymnasium-schloss-belvedere


Frau Afshari berichtete dann von ihrem Aufenthalt im Musikgymnasium Belvedere und der tatkräftigen Unterstützung der Schüler und Lehrer. Sie freute sich über das Interesse der Schüler an der Lage in Afghanistan, und Herr Nadjafi betonte, wie wichtig solche Kontakte für KUFA sind.

 


Dann erzählte R. Nadjafi von der Zusammenarbeit mit Visions for Children (www.visions4children.de). Der Hamburger Verein hatte in diesem Jahr zwei Aktionen für KUFA e.V. durchgeführt und eine gute Summe zum Einkauf von Nahrungsmitteln und Kleidung für unsere Kinder, Jugendliche und Familien in Kabul überwiesen. "Die Begegnung und die Zusammenarbeit mit 'Visions for Children'", hob Nadjafi hervor, "sollte auch im kommenden Jahr gepflegt werden, auf das die Zusammenarbeit weiter vertieft werden kann. Zu diesem Zweck soll bald ein Treffen stattfinden, um weitere gemeinsame Aktionen planen zu können."


Fundraising

 

Herr Nadjafi berichtete weiter von unserem im Mai 2018 gestellten Antrag an die Futura Stiftung, der schnell und unbürokratisch bewilligt wurde. KUFA e.V. erhielt 6000 € zum Ausbau der Sanitäranlagen in unserem Projekt in Kabul (Die Kinder und Lehrer vor Ort nennen es "Kashana", oder "Nest"), die nahezu fertiggestellt sind.


Es wurden auch noch einige weitere Stiftungen angeschrieben und Anträge gestellt, von denen wir bis heute allerdings keine Antwort bekommen haben: "Erika und Erwin Schreiter Stiftung" in Düsseldorf, "Konrad-Adenauer-Stiftung", "Friedrich Ebert Stiftung", "Nader Etmenan Stiftung", "Schmitz EZ-Kleinprojektefonds", "Nord Süd Brücken".

 

"Wie ihr wißt", erläuterte Herr Nadjafi, "haben wir bei der Jahresversammlung 2017 auf Empfehlung von unserem Freund und großen Geldgeber, Herrn Dr. Vyslozil, eine Kraft speziell für Fundraising eingestellt. Dafür haben wir unsere liebe Freundin Denise Lösing, die damals gerade ihr Jurastudium beendet hatte, auf Minijob-Basis eingestellt. Es hat sich herausgestellt, dass Frau Lösing durch ihre Arbeit als Anwältin so beschäftigt ist, dass sie in den letzten Monaten kaum Zeit fand, sich für KUFA einzusetzen. Deswegen schlage ich vor, und stelle den Antrag, dass wir im gegenseitigen Einverständnis den Vertrag mit ihr zum 31.12. dieses Jahres beenden." Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Das Fundraising  soll zukünftig auf Honorarbasis stattfinden.


Aktionen und Veranstaltungen


Nun sprach Herr Nadjafi über die beiden großartigen Straßenmusik-Veranstaltungen, welche Payman Samandar mit seinen Freunden in diesem Jahr in der Hamburger Innenstadt an zentraler Stelle vor der Europapassage durchgeführt hat. Solche Aktionen bringen uns nicht nur gewisse Gelder, sondern sie bringen die traurige Stimme der Afghanen, welche von den Medien stark vernachlässigt wird, mit RAP und Musik vielen Menschen zu Gehör. Hier ein Video dazu:
http://www.kufaev.de/index.php/home/news/video--stra--enmusik-fuer-stra--enkinder-in-hamburg

 

Auch dieses Jahr wurden 150 Osterkarten mit einem ausführlichen Brief und Spendenaufruf an unsere Spender verschickt, und auch Weihnachtskarten werden dieses Jahr wieder versendet. Rahman Nadjafi bedankte sich bei Bernhard Schillo ausdrücklich für das Design und seine Arbeit.


Dann wurde über eine ganz besondere kulturelle Veranstaltung gesprochen: Auf Anregung von Herrn Dr. Vyslozil von SOS-Kinderdörfer weltweit trafen wir uns im Juni dieses Jahres  mit Herrn Menke, dem Chef des Musikkonservatoriums des Gosslerhauses in Hamburg Blankenese. Hier möchte KUFA einen Abend mit afghanischer Musik und Tanz organisieren, zu dem etwa 70 ausgewählte Gäste aus den wohlhabenderen Kreisen, vorwiegend aus  Blankenese, eingeladen werden sollten. Mit dieser Aktion hoffen wir, möglichst regelmäßige Großspender zu gewinnen.


Das etwa zweistündige Gespräch mit Herrn Menke verlief freundschaftlich und fruchtbar. Es wurde vereinbart, dass wir unsere Veranstaltung eventuell am 21. November 2018 in diesem Haus durchführen können.

 

Nachdem wir unsere Konzeption Herrn Menke vorgelegt hatten, teilte uns Frau Green vom Gosslerhaus jedoch mit, dass das Gosslerhaus in diesem Jahr leider ausgebucht ist, wir aber gerne einen Termin ab Januar 2019 bekommen können. Unseren neuen Termin haben wir dann anläßlich des afghanischen Neujahrs (Nauros) auf Mittwoch, den 27. März 2019 festgelegt.


Herr Nadjafi berichtete weiter: "Zudem haben wir, ebenfalls auf Anregung von Herrn Dr. Vyslozil, einen vielversprechenden Hinweis auf die Bildungslotterie erhalten, bei der wir ebenfalls einen Antrag gestellt haben. Stephan Schaar, R. und U. Nadjafi und Payman Samandar machten sich sofort an die Arbeit, da die Einsendefrist kurz bevor stand. Wir hoffen sehr, dass unsere Chancen auf Bewilligung gut stehen!"


KUFA war auch im vorigen Jahr mit verschiedenen Aktionen erfolgreich. So berichtete Herr Nadjafi von unserer Kunstausstellung im Hamburger Rathaus im Januar 2017 und bedankte sich noch einmal bei allen Künstlern, die ihre Werke gespendet haben, sowie beim Senat und dem Bürgermeister, Herrn Scholz (mehr dazu auf unserer Website www.kufaev.de). In der nachfolgenden Online-Kunstauktion wurden einige Werke versteigert und es wurde ein Erlös von ca. 6000 € erzielt. Ab November dieses Jahres werden auf der Plattform "United Charity" die noch vorhandenen Werke wieder zur Versteigerung stehen. Nadjafi betonte, wie wichtig diese Ausstellung im Rathaus war, insbesondere um die schlechte Situation in Afghanistan einer breiten, internationalen Öffentlichkeit vorzustellen.


Einem abgeschobenen Afhganen konnten wir Hiilfe leisten, indem er in unserem Projekt in Kabul Zuflucht erhielt. Er war einer der 69 afghanischen Flüchtlingen, die in Bayern abgeschoben wurden und von Minister Seehofer zynisch als eine Art Geschenk zu seinem 69. Geburtstag bezeichnet wurden.


Hierzu erzählte R. Nadjafi weiter: "Sven Günthner und der Dekan Slenzcka hatten sich um Abdul Hakim und Ahmad Hoseini gekümmert und wendeten sich mit der Bitte um Hilfe an uns. Unverzüglich rief ich unseren Partner Baqi Samandar in Kabul an. Dieser traf sich mit jedem einzeln. Einer von ihnen, Abdul Hakim, hat gern unsere Hilfe angenommen und wurde herzlich von Baqi Samandar in unser Projekt aufgenommmen. Ahmad Hoseini hingegen wollte auf keinen Fall in Afghanistan bleiben und hat sich wieder auf den Fluchtweg nach Deutschland begeben. Herr Hakim lebt nach wie vor in unsrem Projekt und kümmert sich um Reparaturen von Nähmaschinen und anderem. Zudem hilft er den Kindern als Lehrer in den Bereichen Technik und Deutsch." Mehr dazu:
http://www.kufaev.de/index.php/home/news/hilfe-fuer-einen-abgeschobenen-afghanen


Es folgte der Bericht der Ortsgruppe München, und Frau Aryan Ahmadi erzählte vom letzten Sommerfest des Thomas-Mann-Gymnasiums, auf dem sie ein Benefiz-Weihnachtsbuffet ausrichteten. Auch habe sie gemeinsam mit ihrem Mann in diesem Jahr wieder viele Medikamente nach Kabul schicken können. Herr Nadjafi bedankte sich bei der Ortsgruppe München, und insbesondere bei Aryan Ahmadi, für ihre großartigen Aktivitäten. Mehr dazu:
http://www.kufaev.de/index.php/home/news/spendenaktion-unserer-ortsgruppe-muenchen1

 

Der Berliner Ortsgruppe wurde ein herzlicher Dank für die finanzielle Unterstützung ausgesprochen, und die Anwesenden freuten sich über die Ankündigung einer großartigen Veranstaltung unseres lieben Mitglieds Nabil Akbar zu Gunsten von KUFA e.V., die er in diesem Jahr in seiner Shisha-Bar in Berlin durchführen möchte. (großer Beifall).

 

 

 

 


Straßenkinder-Projekt in Kabul


Nach einer kurzen Kaffeepause berichtete R. Nadjafi über die Aktivitäten und Erfolge unseres Straßenkinder-Projekts in Kabul, welches wir in Zusammenarbeit mit unserem Partner ASCRCO unter der herzlichen und weisen Führung unseres geehrten Freundes Baqi Samandar durchführten:

Neuerungen am Haus:

  • Anfang des Jahres wurde für 3000 USD eine neue Küche fertiggestellt, in der  für 300 Menschen gekocht werden kann.
  • Die Sanitäranlagen wurden für 6000 € komplett neu gebaut und modernisiert.


Entwicklung und Fortschritte des Projektes:

  • In der Schule kommen alle Kinder gut voran, Dank ihres eigenen Willens zum Lernen und unseres umfassenden Nachhilfeangebots. Einige Kinder sind Klassenbeste in ihren Schulklassen, ein Schüler sogar der Beste seiner Schule. Sieben Jugendliche haben ihr Abitur gemacht und ein Studium begonnen.
  • Auf dem Landstück, welches wir für unser Projekt gepachtet haben, lernen und praktizieren unsere Kinder und Jugendlichen unter Anleitung eines Landwirts biologische Landwirtschaft und Gemüseanbau. Mit großer Freude verbringen die Kinder einmal in der Woche Zeit mit dem Anbau von Gemüse und Getreide. Die Beschäftigung mit dem Boden, dem Aussäen, der Plege der Planzen und schließlich mit der Ernte ist ein wohltuendes Erlebnis. Die Ernte in diesem Jahr war so gut, dass nicht nur die Küche in unserem Projekt teilweise versorgt werden konnte, sondern die Kinder auch noch Gemüse mit nach Hause nehmen konnten.
  • Der Tischlerkurs erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. In diesem Jahr haben sieben Jugendliche erfolgreich ihre Ausbildung abgeschlossen und werden als Ausbilder für den wachsenden Nachwuchs eingestellt. Mit Begeisterung, großem Geschick und Phantasie schaffen die jungen Kunsttischler wahre Kunstwerke, die demnächst auch verkauft werden sollen, womit ein Schritt zur Nachhaltigkeit unseres Projektes getan wird.
  • Eine gute Entwicklung macht auch unsere Teppichweberei. Sie ist bei den Jugendlichen und Frauen sehr beliebt. In diesem Jahr haben sie zwei Teppiche fertiggestellt und auf dem Basar verkauft. Von dem erlös wurde Wolle für weitere Teppiche gekauft. Auch diese Abteilung macht  langsame Schritte in Richtung Nachhaltigkeit.
  • Ein neues Projekt ist für uns die Ausbildung von sieben jungen Frauen zu Hebammen. Die Sterblichkeitsrate von Müttern und Kindern bei der Geburt ist in Afghanistan sehr hoch, u.a. weil es viel zu wenige Hebammen gibt und es von großer Wichtigkeit ist, dass mehr junge Frauen diesen lebensrettenden Beruf erlernen. Sie werden nach Abschluss ihrer Ausbildung die Mädchen und Frauen unseres Projektes in gesundheitlichen Fragen beraten.

 

Vorstand

Am Ende wurde der alte Vorstand entlassen und ein neuer gewählt:


Vorsitzender: Rahman Nadjafi
1. stellvertretender Vorsitzender: Payman Samandar
2. stellvertetende Vorsitzende: Najia Afshari
Kassenwart: Najia Afshari
Schriftführerin: Ulrike Nadjafi


Internet/Text: Carsten Hansen
Grafik: Bernhard Schillo
Verteter der Ortsgruppen: Aryan und Baktash Ahmadi (München), Nabil Akbar (Berlin)


Da es inzwischen sehr spät geworden war und die Mitglieder teilweise lange Rückreisewege vor sich hatten, wurde beschlossn, dass der Vorstand eine baldige Sitzung einberuft und dort das Aktionsprogramm für das Jahr 2019 ausarbeitet.