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1000 USD Unterstützung für Familien von entführten Männern

Solidaritätsaktionen für die Opfer der Massenentführung

Vor etwa zwei Monaten waren 31 Jugendliche und Männer aus dem Volksstamm Hazara unterwegs nach Kabul, um dort eine Arbeit zu finden und damit für ihre Familie eine Lebensgrundlage zu schaffen. Die Hazara sind ein seit Jahrhunderten unterdrückter Volksstamm Afghanistans, dessen Angehörige der schiitischen Glaubensrichtung anhängen. Bevor sie Kabul erreicht hatten, wurden sie von der Verbrecherbande, die sich "Al Qaida", "Taleban" oder "IS" nennt, entführt (Herr Todenhofer bezeichnet diese übrigens richtig als "AIS" - Anti-islamischer Staat).

 

Die Regierung kümmerte sich weder um die Aufklärung des Entführungsfalles noch um die Familien der Opfer, auch verweigerte sie den Familien und der Öffentlichkeit jegliche Informationen.

 

Die Mörderbande Taleban (oder wie auch immer sie sich zur Zeit nennen möge), hat gute Beziehungen zu Saudi Arabien, Katar und den Emiraten: Als sie im Jahre 1998 mit der Unterstützung dieser Staaten sowie Pakistans und westlicher Verbündeter in Kabul die zerstrittenen Mojaheddin zerschlugen und die Macht übernahmen, brachten sie in der Provinz Bamyjan zwanzigtausend Hazaras um. (Während der damaligen fünfjährigen Herrschaft der Mojaheddin wurde Kabul durch deren Machtkämpfe zu Asche gemacht, wobei mehr als fünfzigtausend Unschuldige, Kinder, Frauen und alte Menschen getötet wurden.)

 

 

Auf dem Transparent wid die UNO gefragt: Warum ignoriert die Organisaton Vereinte Nationen Den Völkermord an Hazara

 

Doch die Taleban erfüllten nicht die Erwartungen ihrer staatlichen Förderer, und so wurden sie durch Bombardierungen zur Flucht nach Pakistan gezwungen. Unter dem Deckmantel der Demokratisierung des Landes wurde dann neues, von Amerikanern ausgebildetes Personal nach Kabul geschickt, um eine neue Regierung zu bilden.

Auch die heutige Regierung unter Präsident Ghani setzt sich aus ehemaligen Mojaheddinführern zusammen und biedert sich den Golfstaaten und Pakistan an.

 

Vermutlich liegt hierin die Ursache dafür, dass das Volk nicht über die Hintergründe der Entführung aufgeklärt wird. Ein Zitat von Präsident Ghani auf entsprechende Fragen: "Ich weiß nicht, ich kann nicht."

 

Die Aktivisten der afghanischen Zivilgesellschaft innerhalb und außerhalb des Landes führten zahlreiche Mahnwachen und Demonstrationen durch, um den betroffenen Familien eine Stimme in der Öffentlichkeit zu geben. Ziel der Aktionen ist es, internationale Solidarität zu schaffen und Druck auf die Regierung auszuüben. Auch ideelle und finanzielle Hilfe für die Familien der Opfer wird organisiert:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach der Entführung warteten verzweifelte Angehörige zwei Wochen lang vergeblich auf Informationen seitens ihres Gouverneurs. Frauen weinten um ihre Söhne und Ehemänner, Kinder um ihre Väter. Als in ihnen die Gewissheit wuchs, dass sich zuständige Organe wie die Polizei nicht um das Verbrechen an ihren Angehörigen kümmern, machten sich einige von ihnen auf den Weg nach Kabul zu Dostam, dem ersten Stellvertreter des Präsidenten, welcher für die Sicherheit der Bürger zuständig ist. Vor seinem Haus wurden sie von seinen Sicherheitskräften abgewiesen. Einige wurden brutal zusammengeschlagen, einer von ihnen musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.

 

Zum Empfang der Familien hatten der große Baqi Samandar und andere Mitglieder der Zivilgesellschaft im Park Sarnegar mitten in Kabul ein "Zelt für Gerechtigkeit" aufgebaut. Baqi Samandar hat viele Tage und Nächte mit den Angehörigen in diesem Zelt verbracht, sie mit Liebe und Wärme getröstet und ihnen Hoffnung und Mut gemacht, und gleichzeitig für die weltweite Verbreitung des dramatischen Falles gesorgt.

 

 

Noch einmal ließ die Regierung die Angehörigen im Stich, indem sie sich in keiner Weise um deren Versorgung kümmerte. Deswegen wurde von den Organisatoren des "Gerechtigkeits-Zeltes" zur aktiven Unterstützung im Zelt und zum Spenden für die Familien aufgerufen. Täglich kamen viele Kabuler Bürger und brachten Essen oder gaben Geldspenden.

 

Auch KUFA beteiligte sich mit einer Spende von 1000 USD. Davon waren 500 USD für die tägliche Versorgung der Menschen im Zelt bestimmt, die anderen 500 USD wurden auf alle Familien der Entführten aufgeteilt. Herr Samandar übergab die Spende dem für die Finanzen zuständigen Herrn Jauad.

 

 

Am 13.05.2015 verbreitete sich das Gerücht, dass die Entführten frei kommen, und am 14.05.2015 wurde durch die Medien bekannt gegeben, dass tatsächlich neunzehn Männer freigelassen worden sind, was zu großer Freude im In- und Ausland führte und zu neuer Hoffnung auch für die Angehörigen der anderen. Die Befreiten wurden von Sicherheitskräften in ihre Heimatprovinz Djarghori gebracht, wo sie von ihren Familien und den Bewohnern feierlich empfangen wurden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch im "Zelt für Gerechtigkeit" wurde gefeiert und auf die Befreiten, die sich nun auf den Weg nach Kabul machten, gewartet.

 

Über die Freilassung oder Befreiung der neunzehn Männer kursieren widersprüchliche Aussagen. Laut Regierung sind sie ohne eine Gegenleistung freigelassen worden, was nicht glaubwürdig ist.

 

Leider gibt es über die elf noch immer in Gefangenschaft befindlichen Entführten keinerlei Informationen, auch nicht darüber, warum nicht alle frei kommen konnten. Die Proteste werden bis zur Befreiung des letzten Entführten weltweit fortgeführt. Wir alle hoffen, dass die Vermissten heimkehren können.

 

Seit der Machtübernahme dieser Regierung haben Entführungen und grausamste Verbrechen im Vergleich zur Zeit der Vorgängerregierung dramatisch zugenommen. Es wird festgestellt, dass die sogenannte "Nationale Einheitsregierung" nicht in der Lage ist, die Sicherheit des Landes und seiner Bürger zu gewährleisten. Die Sicherheit ist jedoch die Grundlage für jeglichen Fortschritt in diesem Land.