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Rosen der Finsternis

Interview mit Kufa-Gründer Rahman Nadjafi aus FLENSBURGER HEFTE Nr. 76 (1/2002): "Kampf der Kulturen?"

von Wolfgang Weirauch

 

www.flensburgerhefte.de 


Rahman Nadjafi, geb. 1940 in Kabul. 1958 Abitur, 1962 Gaststipendium vom Hamburger Senat und ab 1963 Studium der Geophysik an der Universität Hamburg; ab 1969 Studium des Höheren Lehramts mit den Fächern Physik und Politik. 1973-1975 Gymnasiallehrer im Fach Physik.

1966 Gründung des ersten afghanischen Studentenvereins an der Universität Hamburg. 1970 Gründung von GUAPS (Generalunion der afghanischen Studenten im Ausland), die 1979 die gewaltlose Besetzung der afghanischen Botschaft in Bonn durchführte. Aus erster Ehe mit der Lehrerin Gudrun Hinrichs ging die Tochter Simin hervor. Die zweite Tochter Nina ging aus der Beziehung mit der Eurythmistin Verena Tenge hervor. Sie gilt als "die beste Rapperin Deutschlands" (Süddeutsche Zeitung). - 1977 Heirat der Pädagogin Jutta Holtmann und Eröffnung des ersten afghanischen Spezialitätenrestaurants "Saidal" in Hamburg-Eppendorf. Im Laufe der Jahre Eröffnung verschiedener Lokalitäten mit ausgewähltem Musikprogramm und diversen politischen Veranstaltungen. Kurz vor dem Einmarsch der Sowjetarmee in Afghanistan Gründung des KUFA e.V. (Komitee zur Unterstützung der Flüchtlinge in Afghanistan und zum Wiederaufbau des zerstörten Landes e.V.) und Herausgabe der Zeitschrift Afghanistanblätter mit Berichten über Politik, Ökonomie, Geschichte, Ethnologie und Kultur Afghanistans.

Seit 1994 Heirat und Zusammenarbeit mit der Eurythmistin Ulrike Nadjafi. 1998 Inszenierung des bekannten multikulturellen Zentrums "Schlachthof Hamburg" und Gründung des "Kultureintopfs", durch den in Hamburg einmal in der Woche für ca. 200 Obdachlose kostenlos warmes Essen und Getränke serviert werden.

Anschrift: KUFA e.V., Haynstr. 3, D-20249 Hamburg, Tel. 040/ 48 44 61.

"Es ist so, wie wenn man eine Blume besitzt, eine Rose. Man gießt sie und behält sie im Hause, um sie anzusehen und daran zu riechen. Eine Frau darf nicht aus dem Haus gelassen werden. Dort können alle an ihr riechen." Was hier scheinbar in schöne Worte gegossen ist, erinnert an eines der großen Verbrechen der letzten Jahrzehnte, dem etwa sechsjährigen weitgehend geglückten Versuch, die Hälfte der Bevölkerung des Landes Afghanistan wegzuschließen, zu entmündigen, ihr Berufsverbot zu erteilen, sie zu demütigen und zu traumatisieren.

Der Rosenvergleich wurde von dem ehemaligen Taliban-Minister Sayed Ghaisuddin über die Frauen seines Landes ausgesprochen, die durch den mit normalem Geist nicht mehr zu fassenden Steinzeit-Islam der Taliban hinter die Burka, den Ganzkörperschleier, verbannt wurden.

Am 26.09.1996 eroberten die Taliban Kabul, hängten zuallererst den seit Jahren inhaftierten ehemaligen kommunistischen Präsidenten Nadschibullah (1986-1992) samt seinem Bruder öffentlich auf und verkündeten schon am nächsten Tag über den Rundfunk - von nun an Radio Scharia genannt - ihre frauen- und kulturverachtenden Gebote.

Von heute auf morgen durften Frauen nicht mehr arbeiten, und wer keinen Mann hatte oder nicht von ausländischen Hilfsorganisationen unterstützt wurde, saß im Rinnstein oder vor den Moscheen und hielt schweigend die Hand auf. Immer wieder muß ich an den ergreifenden Film "Im Reich der Finsternis" von Saira Shah denken, die als Exil-Afghanin einen Besuch in dem Land ihrer Eltern machte und Afghanistan unter den Taliban von innen zeigte.

Nie werde ich die dort gezeigten bettelnden und halb verhungerten Frauen vergessen, an denen die Männer achtlos vorbeischreiten. Nie werde ich vergessen, wie eine Witwe auf dem Markt schimmeliges Brot kauft, zu Hause mörsert und es mit ihren Kindern ißt. "Diese Armut ist gewollt", sagt Saira Shah. Aber: "Trauer, sagt man, bringt Berge zum Einstürzen. Aber schau mich an: Ich stehe." So drückt es ein afghanisches Gedicht aus, das zur Situation der Frauen Afghanistans von heute paßt. Denn es ist ein Wunder geschehen.

Am 13.11.2001 flohen die Taliban aus Kabul, vertrieben durch die Nordallianz und das sie unterstützende amerikanische Bombardement. Und nun sitzen zwei Frauen in der Interimsregierung. Die Frauen Afghanistans erobern sich ihr Terrain zurück, üben wieder Berufe aus, publizieren in Frauenzeitschriften, unterrichten nicht mehr im Geheimen, und Mädchen dürfen wieder zur Schule gehen. Aber alles sind nur erste Keime. Die Armut ist groß, und Afghanistan wurde jüngst von der Weltbank als ärmstes Land der Welt deklariert. Viele Frauen möchten Berufe ausüben, wissen aber nicht welche.

Am schlimmsten betroffen sind nach wie vor die Witwen. Für sie und ihre Kinder sowie für Waisenkinder gründet Rahman Nadjafi mit der Hilfe westlicher Spendengelder und der Unterstützung des Interimspräsidenten Karsai voraussichtlich demnächst ein Waisenhaus in Kabul.

Aber Afghanistan ist noch lange nicht befriedet. Neue Gefahren drohen durch weitere Flügelkämpfe und Gulbuddin Hekmatyar, den Chef der fundamentalistischen Hisb-i-Islami. Wer ist Gulbuddin Hekmatyar?

Immer wieder wird von ihm berichtet, wie er bereits als Student in den 70ern unziemlich gekleideten Studentinnen Säure ins Gesicht geschüttet habe. 1981 noch Gast der CSU in Bayern, setzte er nach dem Sturz Nadschibullahs Anfang 1992 zur Machtübernahme in Kabul an. Aber schon wenig später, im Frühjahr 1992, brachen alsbald Flügelkämpfe unter den Mudschaheddin aus. Der mit Massoud verbündete Tadschike Rabbani wurde im Sommer 1992 vom Führungsrat der Mudschaheddin zum Übergangspräsidenten gewählt, Monate später zum Staatspräsidenten.

Aber dann wurde Kabul zerstört, und das war das Werk des durch die USA, Pakistan und Saudi-Arabien unterstützten Gulbuddin Hekmatyar, eines Paschtunen. Die Flügelkämpfe unter den Mudschaheddin rissen nie ab, auch nicht, als Hekmatyar im März 1993 durch Vermittlung Pakistans und Saudi-Arabiens formal zum Ministerpräsidenten Afghanistans ernannt wurde.

Wegen dieser Wirren im Land setzten die USA auf die Taliban, die mit ihrer militärischen Hilfe ab 1994 das Land vom Süden her eroberten, bis sie schließlich 1996 Kabul einnahmen. Hekmatyar floh in den Iran, obwohl der Iran seine Gegner, die Nordallianz Massouds, ein Bündnis aus Usbeken, Tadschiken und den schiitischen Hazaras, unterstützte, welche heute auch in der Übergangsregierung tonangebend sind.

Der Iran möchte es sich nicht mit dem neuen afghanischen Regime Karsai verscherzen und verwies Hekmatyar, der sich nach dem 11.09.2001 den Taliban angedient hatte, aus dem Land. Nun ist er untergetaucht und diffamiert Karsai als Marionette der USA. Aber bereits Anfang April 2002 ließ er wieder von sich hören, als ein mutmaßlicher Putsch Hekmatyars aufgedeckt wurde. Hekmatyar, seine Anhänger und versprengte Taliban, so hieß es in ersten Meldungen, wollten die Übergangsadministration Karsai mit einer Serie von Bombenanschlägen destabilisieren.

23 Jahre Krieg in Afghanistan, Spielball der Großmächte, Kampfplatz zersplitterter Volksgruppen, Gefängnis für die Frauen, Grab Hunderttausender! Ein Land im Trauma. Aber es besteht Hoffnung für eine bessere Zukunft für dieses geschundene Land, auch wenn es sicherlich weitere 23 Jahre dauern wird, bis die Narben etwas verheilt sind.

Rahman Nadjafi beteiligt sich als Afghane im Ausland tatkräftig am Aufbau seines Landes. Lesen Sie in nachstehendem Interview seine persönliche Geschichte, die zugleich die Geschichte Afghanistans der letzten Jahrzehnte ist.

Wolfgang Weirauch: In Afghanistan gibt es 55 Ethnien. Haben diese in den letzten 200 bis 300 Jahren - bis 1978 - immer friedlich zusammengelebt?

 

Rahman Nadjafi: Die Gründung des afghanischen Staates erfolgte 1747 als Großreich unter Ahmed Schah Durani. Seit dieser Zeit haben die Völker friedlich zusammengelebt. In meiner Jugend, als ich zur Schule ging, habe ich von den Widersprüchen der einzelnen Volksgruppen, die in den letzten zwei Jahrzehnten verstärkt aufgetreten sind, überhaupt nichts mitbekommen.

 

Erste Keime des Parlamentarismus 

 

W.W.: Welcher Volksgruppe bzw. Religion gehören Sie an?


R. Nadjafi: Ich bin durch und durch "Mischling". Das beginnt bereits mit der Religionszugehörigkeit. Meine Mutter gehört zu den schiitischen Sayed, den Nachkommen Mohammeds. Mein Vater dagegen ist Sunnit. Beide haben mich allerdings religiös tolerant erzogen. Mein Vater lebte als Sunnit im Kerngebiet der Schiiten, einem Schiitenviertel in Kabul. Er war bei ihnen sehr angesehen und hat auch stets die Trauerzeremonien der Schiiten im Monat Muharram mitgemacht, also in dem Monat, in dem die Schiiten der Ermordung Husains, dem Sohn Alis, im Jahre 680 in Kerbela gedenken.


Meine Großeltern kommen aus der Pandschab-Gegend, also aus dem späteren Pakistan. Mein Großvater war Gelehrter, Weiser, Dichter, Philosoph. Sein jüngerer Bruder studierte in der Zeit von Habibullah (1901-1919), dem Vater des Reformkönigs Amanullah (1919-1929). Er studierte u.a. auch in London und lernte dort den Bruder Habibullahs kennen. Zu dieser Zeit suchten sie Menschen aus den Bereichen Erziehungswissenschaften und Politik, um mit ihnen einen modernen afghanischen Staat aufzubauen. Mein Großvater lehrte zu dieser Zeit in Lahore an der Universität. Der dritte Bruder war auch Pädagoge, und alle drei folgten dann dem Aufruf, nach Afghanistan zu kommen, um an einem modernen Staatsaufbau mitzuwirken. Mein Großvater wurde Ataliq unter Habibullah. Wer diese Stellung innehat, erzieht den Sohn des Königs zum König. So wurde er der Erzieher von Amanullah. Er mußte ihm alles beibringen, von der Religion über die Mathematik bis zur Politik.


In dieser Zeit haben sie auch das erste afghanische Gymnasium gegründet. Und damals entstand die erste politische Bewegung Afghanistans, deren Mitbegründer mein Großvater und seine Brüder waren.


W.W.: Was war das für eine politische Bewegung?


R. Nadjafi: Es war eine parlamentarische Bewegung, die die absolutistische Macht des Königs beschneiden wollte. Selbstverständlich war das eine Art Untergrundbewegung, denn der König ließ eine solche politische Bewegung nicht zu. Allerdings wurden ihre Aktivitäten entdeckt, und ihre Anführer kamen für zwölf Jahre ins Gefängnis. Mein Großvater und seine beiden Brüder waren auch unter ihnen. Der Rest der Familie durfte sich nicht weiter als sechs Kilometer von Kabul entfernen.


W.W.: Wie vollzog sich der Wechsel von Habibullah zu Amanullah?


R. Nadjafi: Ungefähr nach diesen zwölf Jahren Gefängnisaufenthalt meines Großvaters wurde Habibullah umgebracht, und Amanullah kam 1919 an die Macht. Da Amanullah der Schüler meines Großvaters und seiner Brüder war, entließ er sie aus dem Gefängnis. Aber sie wollten alle drei nicht mehr in Afghanistan bleiben und zogen zurück nach Pandschab. Nur mein Vater blieb in Kabul. Mein Großvater kehrte noch einige Male nach Afghanistan zurück und veröffentlichte dort zwei Bücher, eines davon über den Kalifen Omar. Er wurde damals von den orthodoxen Muslimen scharf kritisiert und galt als eine Art Reformer der islamischen Bewegung Afghanistans. Er trat z.B. auch für die Gleichberechtigung der Frauen ein.
Meine Familie ist also ein Beispiel dafür, daß die Völker und verschiedenen Religionszugehörigkeiten früher in Afghanistan friedlich zusammengelebt haben, also z.B. Schiiten und Sunniten.

 

Die Ruhe vor dem Sturm 

 

W.W.: Wie regierte König Sahir Schah 1933-1973 in bezug auf die einzelnen Volksstämme? Gewährte er ihnen Autonomie?


R. Nadjafi: Ja. Deswegen konnte Sahir Schah ohne Kriege und interne Kämpfe immerhin 40 Jahre in diesem Land in Ruhe herrschen. Er hat auch die einzelnen Zeremonien und Festtage der verschiedenen Religionen und Volksstämme geachtet. Beispielsweise besuchte er jeweils die schiitischen Trauerfeierlichkeiten am 10. Muharram. Da ich im schiitischen Viertel Kabuls wohnte, bekam ich immer mit, daß der König die Zeremonie mitmachte. Er selbst ist kein Schiit, hat aber auf diese Weise die anderen Religionen und Volksstämme geachtet.


W.W.: Sind Ihnen die verschiedenen Volksstämme in Ihrer Jugend als unterscheidende Merkmale bewußt geworden?

 

R. Nadjafi: Nein, ich kann mich nicht daran erinnern, daß während meiner Schulzeit darauf hingewiesen worden wäre, daß der eine Paschtune oder Tadschike ist bzw. zu den Hazaras gehört.

 

Afghanische Windhunde

W.W.: Wie war die politische Situation in Afghanistan in den 60er Jahren?


R. Nadjafi: Die Unterschiede zwischen Arm und Reich waren damals in Afghanistan ziemlich groß. Eine kleine Gruppe von Menschen konnte sich alles leisten, andere mußten zu fünft in einem Raum leben. Man hat die meisten politischen Bestrebungen im Keim erstickt. Man wollte nicht, daß sich die jungen Menschen politisierten. Ich selbst war damals ein apolitischer Mensch. Nach meinem Abitur war es mein Ziel, ein Stipendium für Deutschland zu bekommen und dort zu studieren.


W.W.: Politisierten Sie sich dann in Deutschland?


R. Nadjafi: Zuerst nicht. Das einzige, was mich verwunderte und störte, war, daß fast niemand von den Deutschen überhaupt wußte, wo Afghanistan lag. Nur einige sehr ältere Herrschaften konnten sich noch an König Amanullah erinnern, weil er während der Kaiserzeit Deutschland besucht hatte. Über ihn gab es auch einen Schlager. Ansonsten kannte man nur afghanische Windhunde. Obwohl ich damals überhaupt nichts von Politik verstand, war es mein Ziel, eines Tages nach Afghanistan zurückzukehren und Minister zu werden. Zuerst habe ich in Deutschland Geophysik studiert, später dann das Erste Staatsexamen zum Gymnasiallehrer gemacht, und zwar in den Fächern Physik und Politik. Mein erster Anstoß, mich mit Politik zu beschäftigen, war ein afghanischer Teppich, den ich in einem Schaufenster erblickte, der aber mit einer persischen Flagge gekennzeichnet war. Da Afghanistan keine Kolonie des Iran war, beschwerte ich mich bei dem Geschäftsführer des Kaufhauses.

 

Politisierung im Ausland

 

An der Universität habe ich dann mit einigen afghanischen Kommilitonen die politische Arbeit begonnen, angelehnt an die Arbeit der persischen Studenten, die gegen den Schah protestierten.


W.W.: Welche politische Richtung haben Sie eingeschlagen?


R. Nadjafi: Zuerst keine. Mein Ziel war lediglich, Afghanistan in Deutschland bekannt zu machen. Wenig später haben wir den ersten afghanischen Studentenverein an der Universität Hamburg gegründet. Und als in Deutschland die Studentische Linke und die marxistischen Gruppen entstanden, wurde ich von diesen angezogen. In diesen Zusammenhängen lernte ich dann auch meine erste Frau Gudrun kennen, die Marxistin war. Sie war Atheistin, ich war religiös, wenn auch nicht im strengen Sinne, aber ich mußte mich zuerst nächtelang mit ihr auseinandersetzen. Nach und nach habe ich dann die gesamte einschlägige Literatur gelesen, Marx, Engels, Lenin und Wilhelm Reich, und meine Zimmer hingen voll mit Plakaten von Ho Chi Minh und Che Guevara. In Kürze war ich Marxist und Revolutionär. Und auf diese Linie brachte ich auch meine afghanischen Kommilitonen. Insofern gehöre ich zu den Gründern der intellektuellen Bewegung Afghanistans im Ausland. Das Haus, in dem ich hier jetzt noch wohne, wurde damals zum Sitz fast aller K-Gruppen Hamburgs.


W.W.: Gab es auch in anderen Städten afghanische Studentengruppen?


R. Nadjafi: Ja. Ende 1968, Anfang 1969 gründeten wir in Münster die Generalunion der afghanischen Studenten im Ausland. Ich wurde zum Vorsitzenden gewählt und führte diesen Verein jahrelang. Die meisten von uns waren Maoisten und demzufolge auch gegen die Sowjetunion eingestellt.


Falsche Freunde

W.W.: Wie ging die Entwicklung in Afghanistan bis zum Einmarsch der Sowjetunion 1979 weiter?


R. Nadjafi: In Afghanistan gab es verschiedene kommunistische Bewegungen, zum einen die Maoisten, andererseits und die moskautreue Bewegung. Sicherlich haben Sie von Muhammad Daud, dem Cousin König Sahir Schahs, gehört. Bis 1962 hatte er verschiedene Ämter im Königreich inne, z.B. war er Verteidigungsminister und Ministerpräsident Afghanistans. Er war ein national orientierter Prinz und sehr machtbewußt. Er wollte unbedingt den König ablösen und suchte sich Unterstützer, die ihm behilflich sein sollten, den König zu stürzen. Während seiner Regierungszeit als Ministerpräsident entwickelte er zwei wirtschaftliche Fünfjahrespläne, und seine Berater waren die Sowjets.


Die Russen ihrerseits hatten schon sehr lange ein Auge auf Afghanistan geworfen. Besonders Stalin wollte neben Usbekistan, Turkmenistan und Tadschikistan auch Afghanistan in die UdSSR integrieren. Das Hegemonialbestreben der Sowjets in Afghanistan und die Machtgelüste Dauds ergänzten sich also Ende der 60er Jahre. Alle Pläne, die für Afghanistan entwickelt wurden, waren im Interesse der Sowjets. Das betraf z.B. den Straßenbau, vor allem die Straßenführung von Kabul zur sowjetischen Grenze. Unter meinen linken deutschen Kommilitonen wurde immer argumentiert, daß die Sowjets die Freunde der Afghanen seien, da sie unsere Straßen bauten, aber ich vermutete schon damals, daß sie diese Straßen nur bauten, um Rohstoffe aus Afghanistan in die Sowjetunion zu schaffen und um gegebenenfalls mit Panzern nach Kabul zu rollen. Ich befürchtete schon damals, daß dieser Tag kommen würde. Daud schickte auch viele junge Menschen in die Sowjetunion, die dort ideologisch geschult wurden und als sogenannte Freunde der Sowjetunion nach Afghanistan zurückkehrten. König Sahir Schah setzte dann zwar Daud ab, aber dieser verfolgte seine Pläne weiter im Hintergrund.


W.W.: Und wie kam Daud wieder an die Macht?


R. Nadjafi: 1973, während einer Urlaubsreise des Königs im Ausland, putschte Daud mit seinen moskautreuen Anhängern. Afghanische Panzer rollten durch Kabul. Beide kommunistische Parteien Afghanistans schwenkten jetzt ganz auf die Linie Moskaus ein, obwohl sie miteinander konkurrierten. Der Führer der einen kommunistischen Partei war Karmal, der der anderen Taraki. Bis 1978 war Daud wieder an der Macht und übernahm die Ämter des Staatschefs und des Ministerpräsidenten der 1973 gegründeten Republik Afghanistan. Beide kommunistische Parteien spielten innerhalb seiner Regierung eine erhebliche Rolle. Aber Daud war kein Kommunist, sondern Nationalist. Er war so machtbesessen, daß er nicht erkennen wollte, wer ihn wirklich an die Macht gebracht hatte. Er nahm sich sogar heraus, Breschnew auf dem Flughafen in Moskau zwei Stunden warten zu lassen.


Gleichzeitig knüpfte Daud aber Verbindungen in den Westen, vor allem nach Frankreich und in die USA. Das verstieß natürlich enorm gegen die sowjetischen Machtinteressen. 1978 wurde Daud umgebracht, und die beiden kommunistischen Parteien kamen an die Macht. Moskau liebäugelte bereits mit einem Einmarsch in Afghanistan. Taraki wurde neuer Premierminister, während Karmal von den Sowjets quasi in Reserve gehalten wurde. Infolge dieser Machtergreifung begann der bewaffnete Widerstand der Mudschaheddin gegen das kommunistische Regime Tarakis.


Taraki war genau wie Karmal ein 100%iger Anhänger der Sowjetunion, aber in seinen eigenen Reihen bereitete man schon bald seinen Sturz vor. Sein Stellvertreter Amin führte während eines Auslandsaufenthalts einen Putsch gegen ihn durch, ließ ihn nach seiner Rückkehr ermorden und ergriff seinerseits im September 1979 die Macht. Aber eine Regierung Amin war nicht im Plan der Sowjetunion vorgesehen. Obendrein hatte Amin die ersten Kontakte zur CIA geknüpft. Sein hartes Vorgehen gegen die Opposition führte Ende 1979 zu Unruhen und Aufständen in Afghanistan, so daß sowjetische Truppen am 24.12.1979 aufgrund des ein Jahr zuvor geschlossenen Freundschaftsvertrages in Kabul einmarschierten. Drei Tage später wurde Amin gestürzt und hingerichtet, und der aus dem sowjetischen Exil zurückkehrende Karmal übernahm die Regierung und verfolgte einen strikt sowjetischen Regierungskurs.

 

Weltpolitik auf dem Rücken Afghanistans

 

W.W.: Gibt es Hinweise darauf, daß die CIA den Einmarsch der Sowjets in Afghanistan im Geheimen wollte, damit sie dort ihr Vietnam erleben?


R. Nadjafi: Ich denke schon. Die CIA unterhielt Kontakte zu Amin, der seinerseits die Sowjetunion provoziert hat. Die Breschnew-Doktrin besagte, daß die Sowjetunion zu Hilfe kommt, wenn ein mit ihr befreundetes Land von außen angegriffen wird. Und der Kontakt der CIA zur Regierung Amin, die im Plan der Sowjetunion nicht vorgesehen war, galt als ein solcher Angriff von außen. Und schließlich rief ja auch der mit der Sowjetunion verbrüderte Staat Afghanistan um Hilfe. Damit haben die Sowjets ihren Einmarsch und den Krieg gerechtfertigt. Das ist der Hintergrund des 10jährigen Bombardements Afghanistans und der 1,5 Millionen Toten.


W.W.: Wie beurteilen Sie den Kampf der Mudschaheddin gegen die sowjetische Besatzungsmacht?


R. Nadjafi: Zu Beginn war es ein Kampf des Volkes. Die Afghanen haben nie akzeptieren können, daß sie eine fremde Macht länger beherrscht, gleich ob dies nun Alexander der Große, Dschingis Khan oder arabische Imperialisten waren. Keine Besatzungsmacht hat längere Zeit in Afghanistan Fuß fassen können. Wenn die Afghanen von außen angegriffen werden, sind sie als Volk einig. Anfang der 80er Jahre war Afghanistan ein Volk ohne Führung. Die Afghanen kamen aus ihren Dörfern und kämpften gegen die Sowjets oder flohen nach Pakistan. Der Kampf des Volkes begann mit primitivsten Mitteln, bis man die ersten Kalaschnikows von besiegten Sowjets erbeutete. Später kam die Unterstützung durch die USA und die arabischen Staaten.


W.W.: Aber irgendwann zerfiel die Einheit des Widerstands, und die Mudschaheddin kämpften auch gegeneinander. Warum?

 

R. Nadjafi: In diesem Kampf entstand etwas, das ich anfangs nicht erkennen konnte. Und das war der Einfluß der Islamisten, der immer stärker wurde. Den Boden für diese Islamisten hat die Sowjetunion mit ihrem Einmarsch bereitet. Der islamistische Einfluß wurde bald so stark, daß große Teile des Volkes nunmehr im Namen Allahs gegen die Sowjetunion kämpften. Leider bekam dann der äußerst unangenehme Gulbuddin Hekmatyar immer mehr Einfluß.


W.W.: Welche Pläne verfolgten die USA in Afghanistan?


R. Nadjafi: Sie unterstützten die Mudschaheddin, finanzierten zusammen mit arabischen Staaten die sogenannten arabischen Freiheitskämpfer, die Anfang der 80er Jahre über Pakistan nach Afghanistan hineinkamen. Unter ihnen war dann auch Osama bin Laden. Der Hintergrund war natürlich die Absicht, eine Pipeline aus der Gegend des Kaspischen Meeres durch Afghanistan zu verlegen. Auch nachdem die Sowjets aus Afghanistan abgezogen waren, verfolgten die USA weiter die Pläne dieser Pipeline und unterstützten auch weiterhin Osama bin Laden, obwohl ihnen seine antiwestliche Einstellung längst bekannt war.


Der Hauptgegner waren die Frauen

W.W.: Mich interessieren vor allem die Taliban. Das Taliban-Regime war im Grunde ein Regime zur Vernichtung der Frau: Ganzkörperverschleierung, Schul- und Arbeitsverbot, keine medizinische Versorgung, gewollte Armut. Was sind das für Menschen, was geht in den Köpfen und Herzen dieser Männer vor, wenn sie derartige steinzeitliche Richtlinien aufstellen?


R. Nadjafi: Die Taliban sind die radikalsten Kräfte der Islamisten, die aber teilweise - und das ist der Widerspruch bei ihnen - das, was sie abschaffen und dem Volk verbieten wollen, gleichzeitig für sich in Anspruch nehmen. Das wurde offenbar, als man den Palast Mullah Omars in Kandahar stürmte. Dem Volk wurde Bescheidenheit gepredigt, Musik war verboten. Er aber besaß eine große Musikanlage, einen Harem mit fünf oder sechs Frauen und reichlich westliche Konsumgüter.


W.W.: Aber was sind das für Menschen? Haben sie kein Mitleid? Sind sie so dumm oder irre, daß sie nicht begreifen, daß ein Volk ohne Frauen nicht existieren kann?


R. Nadjafi: Das sind Menschen, die - wie Sie es sehr gut ausgedrückt haben - irre sind. Sie haben sich selbst in Afghanistan ein System aufgebaut, aber das Volk ist ihnen gleichgültig. Jeder Mensch, der auch nur ein bißchen Vernunft besitzt, weiß, daß ein solches Taliban-Regime nicht lebensfähig ist. Es war ein Haufen verrückter Männer, die aber von Osama bin Laden und seinen Anhängern unterstützt worden sind. Sie wurden von dem weltweiten Terroristennetz Al-Qaida am Leben erhalten. Osama bin Laden vertritt nicht den Steinzeit-Islam der Taliban mit der Frau an sich als ihrem Hauptgegner, sondern sein Hauptgegner sind die USA. Er hat die Taliban einfach ausgenutzt. Und er hat sie ausnutzen können, solange die CIA die Taliban unterstützte. Mit dem Anschlag vom 11. September 2001 veränderte sich natürlich alles.


Krieg in Afghanistan

W.W.: Wie stehen Sie zu dem Krieg gegen die Taliban und das terroristische Netz in Afghanistan? War dieser Krieg gerechtfertigt und nötig?


R. Nadjafi: Das ist eine sehr schwere Frage. Eigentlich bin ich mein ganzes Leben gegen jede Art von Krieg gewesen. Ich selbst will nicht töten und will auch nicht getötet werden. Andererseits lebe ich in einer Welt, die nicht ohne Krieg auskommen kann. Und gerade mein Land und mein Volk sind durch einen über 20jährigen Krieg von verschiedenen Seiten fast vollkommen ruiniert worden, und Afghanistan ist heute das ärmste Land der Welt. In den letzten Jahren, vor dem 11.09.2001, hatte ich eigentlich meine Hoffnung für Afghanistan aufgegeben.
Im Sommer 2001 habe ich Massoud in Paris kennengelernt und habe mich mit diesem großartigen Menschen unterhalten. Seit Jahrzehnten habe ich ihn sehr geschätzt. Massouds Worte waren sehr mutig, und sie gaben mir ein bißchen Hoffnung für eine Lösung und eine bessere Zukunft in Afghanistan.


Etwa zur gleichen Zeit kamen auch die USA zu der Erkenntnis, daß es mit dem Taliban-Regime in Afghanistan so nicht weitergehen könne, und man stellte sich die Frage, inwieweit man die Nordallianz unterstützen sollte. Ich habe Massoud auch gefragt, ob die Welt nicht langsam erkannt habe, daß die Zeit für die Taliban abgelaufen sei, und ob man nicht bald mit Unterstützung der Nordallianz rechnen könne. Und ich fragte ihn weiter, ob seine Einladung in den Westen ein erstes Anzeichen dafür sei. Er bestätigte meine Annahme, und das gab mir ein klein bißchen Hoffnung.


Für mich war es immer außerordentlich erstaunlich, wie schnell sich die Taliban mit Unterstützung der arabischen Freiheitskämpfer in Afghanistan ausbreiten konnten. Es war wie ein Überfall von Bakterien. Und alles lief mit der Unterstützung der CIA. Und dann stellte ich mir die Frage, ob Afghanistan diese Bakterien aus eigener Kraft jemals wieder loswerden könnte. Ohne fremde Hilfe hätte Afghanistan das nie geschafft.


Zwei Tage vor dem 11. September 2001 starb Massoud durch ein Attentat der Taliban, und ich habe wirklich um ihn geweint. Zwei Tage nach den Anschlägen in New York und Washington habe ich in Hamburg auf einer Demonstration eine Rede gehalten. Mit dieser Rede habe ich mich klar dafür ausgesprochen, daß die Taliban bekämpft werden müßten. Gleichzeitig habe ich aber die USA und die übrige Welt zur Besonnenheit aufgerufen. Für ein besonnenes Vorgehen war es notwendig, daß die USA nicht allein gegen die Taliban und die Terroristen vorgingen, und von daher war die Allianz, die sich dann auch sehr schnell gebildet hat, eine Notwendigkeit. Insofern sind die USA sehr klug vorgegangen. Gleichzeitig habe ich bei dieser Demonstration dazu aufgerufen, daß man diese Allianz mit uns Afghanen zusammen bilden sollte. Denn die Taliban allein machen nicht das afghanische Volk aus. Auf der anderen Seite gab es auch noch die Nordallianz und die breite Schicht der Intellektuellen im Ausland.


Mittlerweile hat die militärische Strategie der USA aber eine Grenze überschritten. Bereits die Streubomben waren ein Schritt zuviel, und Kriege gegen die sogenannte "Achse des Bösen" und der erwogene Einsatz von kleineren Atomwaffen gehen entschieden zu weit. Ich lehne dies strikt ab. Wenn man z.B. solche Atombomben auf Afghanistan werfen würde, um noch die letzten Kämpfer der Al-Qaida zu töten, dann würde man dieses Land endgültig ruinieren. Wenn Bush weiter Krieg führen wird, dann wird die Allianz auseinanderbrechen, und wenn die Allianz auseinanderbricht, dann wird es einen weltweiten Flächenbrand geben. Und so dumm kann Bush nun auch wieder nicht sein.

 

Es ist ein Wunder geschehen 

 

W.W.: Wie beurteilen Sie den Interimspräsidenten Karsai, mit dem Sie auch vor kurzem in Berlin gesprochen haben?


R. Nadjafi: Er ist mutig und hat eine enorme Kraft, und ich hoffe, daß er seine Ziele verwirklichen kann. Seit seiner Machtübernahme bemerkt man, daß er sowohl national als auch international eine gute und angesehene Rolle spielt. Er verbindet das Ausland in wohltuender Weise mit Afghanistan. Allerdings benötigt er noch viel mehr Unterstützung, vor allem Geldmittel und viel mehr Friedenssoldaten, die im ganzen Land stationiert werden sollten. Nur so kann das Land wieder befriedet werden, in dem 22 Jahre gegeneinander gekämpft worden ist. Die allgemeine Situation in Afghanistan ist zwar sehr schlecht, aber ich sehe eine positive Möglichkeit für die Zukunft. Ich hätte es z.B. in meinem Leben nicht mehr für möglich gehalten, daß jetzt zwei Frauen im afghanischen Kabinett sitzen. Es ist also ein Wunder geschehen.


Hilfe für Afghanistan

W.W.: Sie haben in den letzten Jahren verschiedene Hilfsaktionen für Afghanistan organisiert. Begonnen hat es mit Nahrungsmitteltransporten. Was haben Sie alles auf die Beine gestellt?


R. Nadjafi: Das geht zurück bis ins Jahr 1978, als Taraki in Afghanistan an der Macht war. Und ich habe zusammen mit unserer Generalunion verschiedene Veranstaltungen durchgeführt, um die Weltöffentlichkeit auf die Zustände in Afghanistan aufmerksam zu machen. Später stieß Jürgen Bertram, der ARD-Korrespondent, zu uns, hat eine Sendung über afghanische Flüchtlinge im Fernsehen gebracht und uns darauf aufmerksam gemacht, daß statt politischer Arbeit humanitäre notwendig sei. Das war Anfang der 80er Jahre.


Wir haben dann das "Komitee zur Unterstützung der Flüchtlinge in Afghanistan" (KUFA e.V.) gegründet, ein erstes Konzert in Hamburg mit Peter Maffay, Udo Lindenberg und anderen für die afghanischen Flüchtlinge veranstaltet und Geld für sie gesammelt. Davon konnten wir Kleider, Nahrungsmittel und Medikamente kaufen. Später sind wir dann auch nach Pakistan geflogen, und haben in Peschawar unsere erste Einrichtung aufgebaut, und zwar eine allgemeine Klinik. Seitdem haben wir dort auf medizinischer, sozialer und schulischer Ebene für die afghanischen Flüchtlinge in Pakistan gearbeitet. Gleichzeitig versuchten wir, für verletzte afghanische Kinder Krankenhausaufenthalte in Deutschland zu organisieren, und das tun wir auch heute noch. Diese Arbeit wurde vor allem von Musikern unterstützt. 1986 kam Peter Maffay auch mit mir nach Peschawar, um die dortige Klinik zu besuchen, und er unterstützt die Arbeit bis heute weiterhin. In den Jahren danach wurde es etwas ruhiger.


W.W.: Wie hat sich Ihre Arbeit mit dem 11. September 2001 verändert?


R. Nadjafi: Wir sind wieder stark an die Öffentlichkeit getreten und haben viele Nahrungsmittel gesammelt. Allerdings fand ich keine Möglichkeit, sie nach Afghanistan zu schaffen. Nina, meine Tochter aus zweiter Ehe mit der Eurythmistin Verena Tenge, ist Rapperin, und sie gab mit anderen HipHop-Bands in der Großen Freiheit 36 in Hamburg ein Konzert und sammelte Geld für Afghanistan. Meine ältere Tochter Simin hat auf Ibiza je ein Konzert mit Nina Hagen und Eric Burdon, der auch Gründungsmitglied unseres Komitees ist, organisiert und viel Geld für Afghanistan gesammelt. Auch Udo Lindenberg, Peter Maffay, Nena sowie die Kurzen Hosen gaben Ende letzten Jahres in Hamburg ein Konzert, ferner Maya Fahrenkrug, Matthias von Hartz, Jan Delay, Fettes Brot und viele andere.


Für die Zukunft planen wir, in Kabul ein Waisenhaus zu gründen, auch für alleinstehende Mütter mit Kindern. Wir werden dort ca. 80 Kinder und 20 Mütter aufnehmen. Den Müttern wird außer Wohnraum, Nahrung und Kleidung auch ein Arbeitsplatz angeboten. Eine Schneiderei mit dem notwendigen Material wie Nähmaschinen, Stoffen usw. wird eingerichtet. Langfristig ist geplant, daß sich dieses Projekt durch eigene Produktion zu einem großen Teil selbst finanzieren kann. Zur Teilfinanzierung bieten wir Patenschaften an und werden uns um weitere staatliche Unterstützung bemühen. Für dieses Projekt habe ich Herrn Karsai in Berlin angesprochen, und er hat mir zugesichert, mir dafür in Kabul ein Grundstück zu geben.


Ein zweites Projekt ist die Behandlung von schwerverletzten Menschen, insbesondere Frauen und Kindern, die in Afghanistan keine Chance auf Heilung haben. Wir bekamen sowohl in Deutschland als auch in Spanien eine positive Antwort bezüglich freier Krankenhausbetten und der unentgeltlichen Versorgung dieser Patienten. Wir hoffen, in Afghanistan auch eine Prothesenwerkstatt aufbauen zu können. - Fernerhin habe ich in Hamburg die erste Schulpartnerschaft für Afghanistan abgeschlossen, zwischen einer Gesamtschule in Rahlstedt und der Massoud-Schule in Bazarak.